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Infobox Mehr Schaden als Nutzen

Das Umweltbundesamt (UBA) mit der Trinkwasserkommission (TWK) hat seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001 nach § 40 das exklusive Recht „Konzeptionen zur Vorbeugung, Erkennung und Verhinderung der Weiterverbreitung von durch Wasser übertragbaren Krankheiten zu entwickeln.“ Auf dieser Grundlage empfiehlt das UBA bei der Warmwasserbereitung eine generelle thermische Legionellenprophylaxe gemäß Arbeitsblatt DVGW W 551.  Dipl.-Ingenieur Schneider betont: „Das in diesem Arbeitsblatt geforderte Aufheizen von zentralen Warmwassersystemen auf 60 °C führt zu einem signifikant erhöhten Energieverbrauch und damit zwangsläufig zu einer Erhöhung des Gesundheitsrisikos für umweltbedingte Krankheiten wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Stichwort Feinstaub. Nach einer neuen Studie der TU Dresden würde eine Absenkung der Warmwassertemperatur von 5 K (Kelvin) zu einer Energieeinsparung von 18,4 TWh/Jahr führen. Die jährlichen Mehrkosten für Energie auf Basis von aktuell 7,5 Cent/kWh für die Legionellenprophylaxe betragen damit 1,3 Mrd. Euro/Jahr. Die Energiemenge entspricht dem Output von beinahe zwei Kernkraftwerken oder mehrerer Kohlekraftwerksblöcke oder mehr als dem doppelten Stromverbrauch einer Millionenstadt wie München. Würden wir unser Warmwasser nur auf 55 °C aufheizen, könnten wir circa 6.000 t Feinstaub im Jahr sparen. Damit erzielen wir rechnerisch das gleiche Ergebnis, als ob wir auf 20 Prozent aller Dieselfahrten verzichteten. Alleine die Luftverschmutzung durch den Mehrverbrauch an Energie verursacht damit nach meiner Überzeugung schlimmere Krankheiten, als die Vorsorgemaßnahme vielleicht verhindert. Zusammengenommen kostet die Legionellenprophylaxe nach meiner vorsichtigen Schätzung mindestens:

500 Millionen Euro (Prüfungen) + 1.300 Millionen Euro (mehr an Energieverbrauch) + 1.800 Millionen Euro (Sanierungen) + 1.000 Millionen Euro (Mehrkosten Neubau) = 4,6 Milliarden Euro (jährlich!)

Damit könnte man beispielsweise jedes Jahr 115.000 zusätzliche Kranken- oder Altenpfleger mit 40.000 Euro/Jahr bezahlen. Der für die Legionellenprophylaxe betriebene Aufwand steht in keinerlei Verhältnis zum Nutzen. Das ist, als liefen wir künftig alle nur noch mit Integralhelmen durch die Gegend, nur viel teurer.“

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