Patient Blood Management Mehr Patientensicherheit durch Blutgerinnungstests

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Patient Blood Management kann als klinisches Maßnahmenkonzept zur Steigerung des Patientenwohls in Krankenhäusern eingesetzt werden. Durch Bestimmung z.B. einer präoperativen Anämie soll sich das Risiko von postoperativer Morbidität und Mortalität verringern lassen.

Patient Blood Management kann dabei helfen, die Patietensicherheit im Krankenhaus bei und nach Operationen zu erhöhen. – © yodiyim (Fotolia.com)

Qualitätssicherung und Kostenersparnis kann die Einführung eines Patient Blood Management (PBM) für Krankenhäuser mit sich bringen. tem, international tätiges Medizintechnik Unternehmen mit Hauptsitz in Basel, hat eigens dazu eine Veranstaltung organisiert, auf der Experten unterschiedlicher Einrichtungen erklärten, wie man mit Hilfe von PBM die Patientensicherheit bei und nach Operationen steigern kann. Gekommen waren u.a.

  • Universitätsprofessor Dr. Dr. Kai Zacharowski von der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Frankfurt,
  • Apl. Professor Dr. Stefan Hofer, MHBA, von der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und
  • Dr. med Ernst Bühler MHM von den Kreiskliniken Esslingen.

Bei den Vorträgen der Experten ging es aber nicht nur um den Beitrag zur Qualitätssicherung und der Kostenersparnis durch zielgerichtetes PBM, sondern auch um die Bedeutung dessen für die Umsetzung des neuen Krankenhausstrukturgesetzes im Klinikalltag mit besonderem Fokus auf die neuen Qualitätsindikatoren.

Präoperative Anämie rechtzeitig erkennen

So sei PBM ein klinisches Maßnahmenkonzept zur Steigerung der Patientensicherheit. Beispielsweise mit Hilfe des ROTEM sigma Hämostaseanalysesystems könne man kinetische Änderungen der Gerinnselelastizität einer Vollblutprobe messen und so die quantitative und qualitative Bewertung des Gerinnungsstatus der Blutprobe untersuchen. Laut den tem-Experten ist eine unbehandelte Anämie im Rahmen einer Operation mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen und Sterblichkeit assoziiert. Deshalb sei die Erkennung und Behandlung einer präoperativen Anämie besonders wichtig. Ein Therapieansatz wäre z.B. eine orale oder intravenöse Eisentherapie als Alternative zur herkömmlichen Vorgehensweise, der Transfusion von Blutkonserven.

Gerinnungstest kann Leben retten

„Die Gabe von Fremdblutkonserven hingegen stellt eine nicht-kausale Behandlungsform der unklaren Anämie dar, die vielmehr mit zusätzlichen gesundheitlichen Komplikatioen verbunden und zudem kostenintensiv ist“, schildert Prof. Zacharwoski. „Wie neueste Veröffentlichungen zeigen, ist die Einführung von PBM sowohl mit verringertem Blutverlust, postoperativen Komplikationen (z.B. akutes Nierenversagen), kürzeren Krankenhausliegezeiten als auch mit niedrigeren Gesamtkosten assoziert.“ Prof. Hofer ergänzt: „Im multimodalen Ansatz des PBM durchdringt die Verwendung moderner Gerinnungstests, wie die der Rotationsthromboelastometrie (ROTEM), zunehmend die Therapiestrategien.“ Der behandelnde Arzt habe dabei die Möglichkeit über ein patientennahes Point-of-Care-System eine zeitnahe, qualitative und hochwertige Gerinnungsanalyse durchzuführen, welche mehr klinisch relevante Informationen als die Standardlabordiagnostik biete und eine zeitnahe und adäquate Therapie des blutenden Patienten ermögliche.

Weitere Informationen zu ROTEM finden Sie online.

Einen ausführlichen Bericht über die Möglichkeiten von Patient Blood Management finden Sie im Beitrag von Klaus Görlinger in Ausgabe 10 von Health&Care Management.