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Kritik an Tarifreform Mehr Lohn für Pflegende: Hauswirtschafter fühlen sich vergessen

Mit dem Pflegelöhneverbesserungsgesetz plant die Bundesregierung einen neuen Tarifvertrag. Doch dieser schließt nur Pflegekräfte ein. Der Berufsverband Hauswirtschaft übt nun Kritik und warnt vor einer Spaltung der Mitarbeiter in den Einrichtungen.

Themenseite: Hauswirtschaft kompakt

Mit dem im November beschlossenen Pflegelöhneverbesserungsgesetz soll ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag geschaffen werden – allerdings nur für Pflegehilfs- und Pflegefachkräfte. Dies kritisiert der Berufsverband Hauswirtschaft und fordert, dass die Pflegekommission alle beteiligten Berufsgruppen bei den Verhandlungen berücksichtigt.

Hauswirtschaft vom Tarifvertrag ausgeschlossen

Der Berufsverband begrüßt, dass durch die Konzertierte Aktion Pflege – bei der der Deutsche Hauswirtschaftsrat als Dachverband der Branche beteiligt war – die Bezahlung in vielen Fällen verbessert wird. Dabei werde aber übersehen, dass nicht nur Pflegefach- und -hilfskräfte zum Gelingen einer guten Pflege beitragen, sondern auch Mitarbeitende in Hauswirtschaft und Betreuung. Mit der Beschränkung auf die reine Pflege werde so eine Spaltung der Belegschaft in den Einrichtungen weiter vorangetrieben.

Aufgaben der Hauswirtschafter wachsen

Der Berufsverband Hauswirtschaft bemängelt, dass die Hauswirtschaft vom Pflegelöhneverbesserungsgesetz ausgenommen werden soll. Obwohl die Aufgaben der Hauswirtschafter sich ständig erweitern, z.B. durch

  • Angebote zur Unterstützung im Alltag
  • Weiterentwicklung der stationären Altenpflege rund um Haus- und Wohngemeinschaften
  • Entwicklung gemeindeintegrierter Unterstützungsangebote

Diese Erweiterungen implizieren, dass die Hauswirtschaft nicht nur mit ihrem klassischen Versorgungshandeln gefragt ist, sondern dass eine aktivierend und fördernd handelnde Hauswirtschaft immer wichtiger wird. Darüber hinaus könne professionelle und qualitätsgeleitete Hauswirtschaft dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken, indem Aufgaben, die keinem Vorbehalt unterliegen, sinnvoll aufgeteilt werden.

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