Trotz Pandemie Mehr Gewebespenden in 2021

Die Corona-Pandemie hält das Gesundheitssystem in Atem. Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) vermeldet für 2021 trotzdem einen neuen Bestwert bei den Gewebespenden. Weiterhin können aber längst nicht alle Anfragen bedient werden.

Die Zahl der Gewebespenden ist gestiegen, u.a. auch die Zahl der gespendeten Herzklappen. – © diluck (stock.adobe.com)

Zum ersten Mal sei es der DGFG gelungen, in einem Jahr mehr als 7.000 Patientinnen und Patienten mit einem Gewebetransplantat zu versorgen, teilt die Gesellschaft zum Jahreswechsel mit. Dazu zählen etwa Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße und Amnionmembranen. Insgesamt seien im abgelaufenen Jahr 2.897 Gewebespenden realisiert worden. Laut DGFG hat sich die Zahl der zur Transplantation abgegebenen Gewebe in den letzten zehn Jahren damit mehr als verdoppelt. Einen positiven Trend vermeldet die DGFG auch mit Blick auf die Bereitschaft unter potenziellen Gewebespendern. In 42 Prozent aller Fälle führte ein Aufklärungsgespräch bei ihnen zur Zustimmung. Im Vorjahr hatte die Quote noch etwas niedriger gelegen (40,7 Prozent). Sowohl Spendenbereitschaft als auch tatsächlich durchgeführte Transplantationen nehmen also zu. Den Bedarf können sie trotzdem noch immer nicht decken. „In 2021 konnte die DGFG 73 Prozent aller Anfragen für ein Hornhauttransplantat zeitnah bedienen; bei den Herzklappen waren es nur 50 Prozent“, teilt die Gesellschaft mit.

Aufklärung wird strategisch

Neue Impulse für die Gewebe- und Organspende soll das Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende setzen, das der Bundestag im März 2020 verabschiedet hat. Am 1. März dieses Jahres tritt es in Kraft. Patientinnen und Patienten können ab diesem Zeitpunkt alle zwei Jahre ergebnisoffen zu dem Thema von Ärztinnen und Ärzten beraten werden. Zusätzlich sollen die Ausweisstellen von Bund und Ländern Aufklärungsmaterial aushändigen und auf Beratungsangebote hinweisen. Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende in einem Online-Register hinterlegen können.