Personal&Führung -

Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e. V. (DEKV) Mehr Flexibilität bei den Personaluntergrenzen

Seit 1. Januar 2019 gelten bundesweit für die vier Krankenhausbereiche Intensivmedizin, Geriatrie, Kardiologie und Unfallchirurgie Personaluntergrenzen. Ihr Ziel ist es, die pflegerische Versorgung zu verbessern. Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband e.V. (DEKV) fordert nun mehr Flexibilität.

"Patienten qualifiziert zu versorgen, ist das Ziel der evangelischen Krankenhäuser. Starre Vorgaben zur Personalausstattung der Bereiche haben aus unserer Sicht in bestimmten Fällen jedoch den gegenteiligen Effekt. Treffen eine angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, regionale und Besonderheiten der Patientenpopulation zusammen, gefährden sie eine sichere und wohnortnahe Versorgung“, betont Christoph Radbruch, Vorstand des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV). Vor allem in strukturschwachen Gebieten würden Krankenhäuser, die die Personaluntergrenzen nicht einhalten können, zur Vermeidung von Sanktionen die Bettenkapazität in den versorgungsintensiven Bereichen verringern. Dies stelle langfristig auch die Versorgungssicherheit in anderen, sensiblen Bereichen wie der Notfallmedizin in Frage. Deswegen fordert der DEKV mehr Flexibilität bei den Personaluntergrenzen und Korridore in der Personalausstattung. Dies ermögliche den Krankenhäusern, auf die besonderen Versorgungserfordernisse ihrer Region einzugehen.

Statt Bürokratie ein Zurück zum Menschen

Rund 700.000 Schichten seien von den Krankenhäusern für die geforderten Daten der Pflegepersonaluntergrenzen dokumentiert worden. Deshalb fordere der DEKV für Personaluntergrenzen statt Bürokratie ein Zurück zum Menschen. „Dies muss unbedingt für die bereits definierten Bereiche gelten, aber auch für die noch ausstehenden Personalbemessungszahlen der Bereiche Neurologie und Herzchirurgie, die zum 31. August 2019 festzulegen sind“, erklärt Radbruch.

Da eine qualitativ hochwertige Pflege auch bedeute, die Bedürfnisse der Patienten nach menschlicher Zuwendung zu erfüllen, müsse dieser Aspekt neben der Schwere des Pflegebedarfs bei der Festlegung der Anhaltszahlen und bei einem zu entwickelnden Personalbemessungsinstrument berücksichtigt werden. Dies gelte besonders für vulnerable Patientengruppen wie ältere, demenziell veränderte Personen oder Menschen mit Behinderungen. „Die Pflegeuntergrenzen bringen für unsere Krankenhäuser einen hohen bürokratischen Aufwand mit sich. Dadurch geht unseren Mitarbeitern Zeit verloren, die im Sinne einer qualitativ hochwertigen Pflege besser in die Arbeit am Patientenbett investiert wäre", schließt Radbruch sein Statement ab.

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