Digital Health Lexikon -

Medical Apps

Medical Apps sind Software-Anwendungen (software applications) für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets, die Patienten oder medizinisches Personal bei der Diagnose, Prophylaxe, Therapie oder Überwachung von Krankheiten unterstützen.

1. Synonyme:

Die Begriffe Medical App und medizinische App werden als Synonym gebraucht.

2. Kurzhistorie:

Medizinische Apps entwickelten sich parallel zur Entwicklung massentauglicher Smartphones ab dem Jahr 2007. Die bislang sehr hohen Zuwachszahlen in den vergangenen Jahren schwächten sich in den letzten beiden Jahren ab, im Jahr 2017 wurden im mobilen eHealth Bereich 325.000 Apps auf den unterschiedlichen Plattformen registriert, deren Umsatz sich auf schätzungsweise 21 Mrd. US-Dollar beläuft. Der Markt ist jedoch sehr schnelllebig und wenig transparent.

3. Ziel:

Das Ziel der Medical Apps ist die Unterstützung von Patienten und Angehörigen von Gesundheitsberufen in der Diagnose, Prophylaxe, Therapie und Überwachung von Krankheiten. Weiterhin können Medizinische Apps Patienten in ihrer Rolle stärken und damit zusätzlich ihre Versorgung verbessern.

4. Wesentliche Merkmale:

Nachschlagewerke werden zum mobilen und raschen Erhalt von Information sowie Datenbanken eingesetzt. Bei den Datenbanken handelt es sich überwiegend um Informationen zu Medikamenten (Dosierungen, Wechselwirkungen, Gegenanzeigen, Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit), um eine sichere Verordnung zu ermöglichen.

In Tagebüchern werden Daten bspw. zu Puls und Blutdruck, Blutzucker, Lungenfunktion, Bewegungsprotokolle, Kopfschmerzen und Schlaf erfasst und zum Teil ausgewertet und übertragen.

Auch Therapie-Apps und therapieunterstützende Apps finden zunehmend Anwendung, beginnend von der Erinnerung, Tabletten einzunehmen, über Ergänzungen in der Behandlung von bspw. Tinnitus oder Depression bis hin zu Therapieentscheidungen bspw. in der Antibiotikabehandlung oder bei Empfehlungen zum Auffrischen bei Impflücken.

Medical Apps können (genauso wie auch Gesundheits-Apps) Medizinprodukte sein. Dieses liegt vor, wenn die Software medizinische Entscheidungen unterstützt und dabei medizinische Wissensdatenbanken und Algorithmen mit Daten einzelner Patienten kombiniert, um hieraus Empfehlungen zur Diagnose, Prognose, Überwachung oder Behandlung des einzelnen Patienten zu geben. Hierfür existieren gesetzliche Vorgaben zu den notwendigen Zulassungsverfahren.

Problematisch sind das Auffinden und die Bewertung der Qualität der Apps, weiterhin auch die Einschätzung des Datenschutzes beim Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten. Auch sind die ökonomischen Interessen und Vertriebschancen der Anbieter häufig nicht ausreichend transparent.

5. Wesentliches Einsatzgebiet:

Medical Apps werden aufgrund ihres vielfältigen Einsatzzweckes in allen Bereichen der medizinischen Versorgung und von allen Beteiligten eingesetzt.

6. Unterscheidung von ähnlichen Begriffen:

Vom Begriff der Medical App müssen sog. Gesundheits-Apps oder Wellness-Apps unterschieden werden, die sich an gesunde Nutzer richten und einen gesundheitsfördernden Lebensstil unterstützten sollen.

Dr. med. Philipp Stude

Autor:

Dr. med. Philipp Stude, M.A. (TQM)

Praxis für Neurologie in Bochum

mailto:philipp@stude.de

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