Marburger Bund fordert: Krankenhausfusionen kontrollieren

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Der Marburger Bund stemmt sich gegen unkontrollierte Fusionen von Krankenhäusern: Denn Vielfalt und gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Trägerorganisationen seien Kennzeichen der Krankenhausversorgung.

Geprüft werden müsse insbesondere, ob in einzelnen Regionen und für einzelne Fachdisziplinen eine marktbeherrschende Stellung entstehe. Wo dies der Fall sei, müsse das Bundeskartellamt konsequent von der Möglichkeit zu Auflagen Gebrauch machen. Es dürfe auch nicht dazu kommen, dass die Mitarbeiter für die Kosten einer Übernahme oder Fusion geradestehen müssten. Vielfalt und gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Trägerorganisationen seien Kennzeichen der Krankenhausversorgung, heißt es weiter. In Verbindung mit dem Sicherstellungsauftrag der Länder und Kommunen für die Klinikversorgung habe diese Pluralität zu einem flächendeckenden, leistungsstarken stationären Versorgungssystem geführt.

„Die Krankenhäuser müssen finanziell ausreichend ausgestattet werden“, fordert der Marburger Bund weiter. Personaleinsparungen und hohe Arbeitsverdichtung belasteten Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen. Die durch Investitionskosten, Tarifsteigerungen und Fortschritte in der Medizin entstehenden Finanzprobleme dürften nicht auf dem Rücken der Patienten und Beschäftigten ausgetragen werden. Notwendig sei u.a., Tariferhöhungen vollständig zu refinanzieren. Die Delegierten sprachen sich auch dafür aus, den Landesbasisfallwert, also die Berechnungsgrundlage für Krankenhausleistungen, umgehend bundesweit zu vereinheitlichen und „von unten nach oben“ auf das gegenwärtig höchste Niveau anzuheben.