Fusion & Kooperation -

Systempartnerschaften Lösung für finanzielle Planungssicherheit, Prozessqualität und zufriedene Mitarbeiter

Laut Krankenhaus Rating Report 2019 droht im Jahr 2025 fast jeder fünften Klinik die Insolvenz. Einer der Gründe: Die Bundesländer kommen immer weniger ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung nach. Systempartnerschaften können finanzielle Planungssicherheit schaffen und einen effizienten Einsatz der Investitionsmittel ermöglichen.

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Aktuell liegt der bundesweite Investitionsbedarf deutscher Krankenhäuser bei mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr. Davon decken die Bundesländer mit ihren Zahlungen gerade einmal die Hälfte ab. Das ergab die aktuelle Analyse des GKV-Spitzenverbandes. Krankenhäuser müssen daher Investitionen aus Eigenmitteln finanzieren oder eine Überalterung der Infrastruktur riskieren.

Systempartnerschaften können finanzielle Planungssicherheit schaffen und einen effizienten Einsatz der Investitionsmittel ermöglichen. Zudem bieten sie den Häusern ideale Rahmenbedingungen, um neben der Strukturqualität auch die Prozessqualität und Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen.

Prozessorientierung als Instrument des strategischen Managements

Solche Partnerschaftsmodelle gehen weit über traditionelle Lieferanten-Kunden-Beziehungen hinaus. Sie beinhalten

  • Technologiekonzepte,
  • Serviceangebote,
  • Schulungsprogramme,
  • Finanzierungslösungen und
  • Beratungsleistungen.

Das erfordere auf Kundenseite ein grundsätzliches Umdenken vom produktbezogenen, preisorientierten Einkauf hin zum prozessoptimierten Beschaffungsmanagement, erklärte Dr. med. Dipl.-Phys. Gerhard M. Sontheimer, Vorstand der ANregiomed gKU, bei einer Diskussion zum Thema Systempartnerschaften auf dem Hauptstadtkongress 2019. „In der Vergangenheit drehte sich alles darum, gute Preise zu verhandeln. Heute geht es um die Total cost of ownership“, so Dr. Sontheimer weiter. Die wichtigste Managementaufgabe im Krankenhaus sei die Steuerung der Produktivität durch eine konsequente Standardisierung und Prozessoptimierung. „Auf diese Weise lassen sich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Verbesserung der Versorgung und die Reduzierung der Kosten.“

Gemeinsame Verantwortung für den Erfolg

Neben der Langfristigkeit sei die Risikoteilung ein wesentliches Merkmal von Systempartnerschaften. Besonders bei komplexen Projekten sorge die Möglichkeit, Verantwortung zu delegieren, für Entlastung. Die Kliniken der Stadt Köln sind im Jahr 2018 eine strategische Partnerschaft mit Philips eingegangen. Über eine Laufzeit von 15 Jahren modernisiert der kommunale Klinikverbund die diagnostische Bildgebung an den drei Standorten Holweide, Merheim und Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße. Außerdem erfolgen Neu- und Umbaumaßnahmen. Die große Herausforderung sei die Harmonisierung von Workflow- und Bauplanung. „Administration und Prozesse müssen in der Architektur ihren Widerhall finden und umgekehrt“, sagte Holger Baumann, Geschäftsführer Kliniken der Stadt Köln. Der Vertrag mit dem Hersteller von Gesundheitstechnologie sehe eine erfolgsabhängige Vergütung vor, das heißt, der Industriepartner lässt sich an der Erreichung der gemeinsam definierten Ziele messen. Baumanns Zwischenbilanz fällt positiv aus: In der Radiologie werde man sehr wahrscheinlich die angestrebten Kosteinsparungen in Höhe von 25 Prozent realisieren können.

Zufriedene Mitarbeiter

Einen Nutzen gebe es auch für die Anwender und Patienten. Mit dem Katholischen Klinikum Mainz vereinbarte Philips Ende 2015 eine achtjährige Technologiepartnerschaft für den Bereich Ultraschall. Das Ziel war die Modernisierung, Standardisierung und Reduzierung des Geräteparks. Eine im Jahr 2019 durchgeführte Befragung eines unabhängigen Instituts bei Chefärzte, Abteilungsleitern und Anwendern fiel positiv aus: „Die Einführung der Technologiepartnerschaft hat zu einer deutlichen Steigerung der Zufriedenheit bei Anwendern, Geschäftsführung und Patienten geführt“, fasste Dr. med. Patrick Frey, MBA, Geschäftsführer des Klinikums, die Ergebnisse zusammen. Auf einer Skala von 1 bis 10 lag die durchschnittliche Zufriedenheit der Befragten bei 8,2. 100 Prozent glauben zudem, dass sich die Versorgungsqualität durch die Partnerschaft verbessert hat und sehen eine starke Patientenorientierung gegeben. Obwohl weniger Geräte verfügbar seien, werde von der Mehrheit der Teilnehmern die Geräteverfügbarkeit als besser wahrgenommen.

Versorgungsprozesse End-to-End betrachten

Die Workflowoptimierung ist wichtig, um die Qualität und Effizienz eines Hauses zu erhöhen. Damit jedoch das Hinterfragen und Neugestalten von Prozessen nachhaltigen Erfolg bringe, sei eine End-to-End-Betrachtung notwendig. „Denken in End-to-End-Lösungen heißt ganzheitlich denken. Nur wenn Krankenhäuser die gesamte Wertschöpfungskette vom Anfang bis zum Ende transformieren, sind sie für die Zukunft gut aufgestellt“, betont Heiko Borwieck, Health Systems Leader Deutschland, Philips GmbH Market DACH. Dazu gehöre es, die Silogrenzen zu überwinden. Um unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, arbeite man bei den Beratungsprojekten mit dem Experience Flow Mapping. Auf den Ergebnisseen aufbauend und unter Einbeziehung wirtschaftlicher Daten werden dann mit dem Kunden Veränderungen angestoßen. Im Rahmen von Systempartnerschaften stärken Risikoteilung und eine erfolgsabhängige Vergütung somit die Nachhaltigkeit in der Umsetzung.

Weitere Informationen sind auf der Webseite von Philips einsehbar. 

 

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