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EEG 2021 Kürzungen und Nachforderungen für KWK

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird für die Energiewende eine entscheidende Rolle spielen. Warum diese effiziente Technologie seit Jahren dennoch durch immer neue Abstrusitäten im Energierecht torpediert wird, ist für den Leiter des FKT-Forums Klinikenergie, Sebastian Igel, nicht nachvollziehbar.

Topic channels: FKT und Energie

Das Erneuerbare Energien Gesetz – EEG 2021 – wartet mit einigen unschönen Neuigkeiten für Errichter und Betreibende von KWK-Anlagen auf. Feste Fördersätze gibt es für Errichter nur noch bis 0,5 Megawatt (MW). Alle Anlagen mit einer Leistung von 0,5 bis 50 MW müssen am Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Gemäß Ausschreibungsverordnung gilt dann jedoch: Eigenversorgung ausgeschlossen, keine Kumulierung mit vermiedenen Netzentgelten, Stromsteuerbefreiung wird angerechnet. Der "Süd-Bonus" entfällt vollständig , Boni für "regenerative Wärme" werden erst ab 10 MW gewährt, für "Power-to-heat" erst ab 2024.

Doppelt bestraft

Betreibende von Anlagen mit einer Leistung von 1 bis 10 MW, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb gingen, dürften demnächst außerdem Rückforderungen gesparter EEG-Umlage ins Haus flattern. Denn ein schon tot geglaubtes "Regelungsmonster" ist auferstanden: Gemäß § 61c Abs.1, Satz 2 EEG 2021 gilt für KWK-Anlagen mit einer Leistung von 1 bis 10 MW, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb gingen, dass sie nur bis zu einer Grenze von 3.500 Vollbetriebsstunden (VBh) von einer 40- prozentigen EEG-Umlage profitieren. Von 3.500 VBh bis 5.000 VBh bezahlen sie 100 Prozent EEG-Umlage. Alles, was die 3500 VBh überschreitet, tilgt außerdem als Rückspiegelung den Bonus der EEG-Umlage-reduzierten Vollbetriebsstunden bis 3.500.

Diese kaum verständliche und komplett unsinnige Regelung wurde Mitte 2019 aufgehoben und zum 1. Januar 2021 wieder eingeführt. Und: Sie gilt rückwirkend zum 1. Januar 2018 (!). Das heißt KWK-Betreiber müssen für die Jahre 2019 und 2020 mit Rückforderungen rechnen, wie der Leiter des FKT-Forums-Klinik-Energie, Rechtsanwalt Sebastian Igel im FKT-Online-Seminar "Wasserstoff – Energieträger der Zukunft auch und gerade für Gesundheitseinrichtungen" ausführte.

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