Kritik an Lauterbachs Differenzierung

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Corona-Pandemie

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) sorgt mit seinen Vorstellungen zum Pflegebonus für Unverständnis. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland meinte er, dass die Zahlung des Pflegebonus nur an die Pflegekräfte gehen solle, die in der Corona-Pandemie besonders belastet waren.

Pflegebonus
Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte einen Corona-Bonus für Pflegerinnen und Pfleger an – doch die Auszahlung verzögert sich. – © Noor-shine (stock.adobe.com)

Aus der Bundestabsopposition weht Gegenwind. „Dass der Pflegebonus weiter auf sich warten lässt, ist enttäuschend“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion Tino Sorge. Kanzler Olaf Scholz habe dies schließlich im November angekündigt. „Jetzt bremst ausgerechnet sein Gesundheitsminister und will die Prämie einschränken.“ Das sei frustrierend und verunsichere die Pflegekräfte. „Die Sonderzahlung stehe allen Pflegekräften zu“, meint Susanne Ferschl (Die Linke). „Die unsägliche Differenzierung hat schon beim letzten Mal zu viel Frust und Ärger geführt“, twittert Ferschl. Auch der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Dr. Ulrich Schneider, versteht den Vorstoß von Lauterbach nicht. „Wenn diese Diskussion um verdiente und vermeintlich weniger verdiente Pflegekräfte nicht sofort gestoppt und der Pflegebonus nicht zügig allen Pflegekräften ausgezahlt wird, kann es nur noch unwürdig werden“, betont Schneider.

Pflegebonus Teil des Koalitionsvertrages

Der Pflegebonus ist auch Teil des Koalitionsvertrags von SPD, Grünen und FDP. Eine Milliarde Euro wolle die Regierung demnach bereitstellen. Zum Berechtigtenkreis äußern sich die Ampelkoalitionäre allerdings nicht.

Wenn es nach der Allianz Deutscher Ärzteverbände geht, solle der Bonus auch an die Medizinischen Fachangestellten (MFA) in den Praxen gezahlt werden. „Was unsere MFAs während dieser Pandemie geleistet haben und immer noch leisten, muss von der Bundesregierung entsprechend honoriert werden“, forderte Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz, bereits im Dezember vergangenen Jahres. „Ohne sie wären eine Bewältigung dieser Pandemie und die hohe Schlagzahl beim Impfen nicht zu stemmen“, sagt Heinrich.