Krankenhausstrukturgesetz -

KKB-Jahrestagung Krankenhausfinanzierung weiterhin in der Kritik

Bei der Jahrestagung der Genossenschaft „Klinik-Kompetenz-Bayern“ am 26. und 27. November 2015 auf dem Hesselberg (Wassertrüdingen/Mittelfranken) standen vorrangig das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG), die Krankenhausplanung und die Investitionsfinanzierung durch den Freistaat Bayern im Mittelpunkt.

Topic channels: Krankenhausfinanzierung und Krankenhausstrukturgesetz
Krankenhausfinanzierung weiterhin in der Kritik
Beim Podium diskutierten u.a. (v.l.n.r.): Jürgen Winter (Klinikum Altmühlfranken), Prof. Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt), Peter Krappmann (Klinikum Fürth), Dr. Karl Vetter (FREIE WÄHLER),... -

Zur Debatte war das Podium mit den gesundheitspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen hochkarätig besetzt. Dr. Karl Vetter von den FREIEN WÄHLERN begrüßte die Krankenhausreform, da damit die Qualität in der Gesundheitsversorgung und die sektorenübergreifende Versorgung, die Verzahnung von ambulant und stationär, in den Mittelpunkt gerückt worden sei. Dem widersprach der KKB-Aufsichtsratsvorsitzende Peter Krappmann (Fürth). Qualität sei bereits seit langem das vorherrschende Thema in den Kliniken. So werde sowohl über Zertifizierungen als auch über Ergebnisqualitätsmessungen besonderes Augenmerk darauf gelegt. Auf die intensive Zusammenarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten, z.B. bei den KV-Bereitschaftspraxen, wies KKB-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexander Schraml (Main-Klinik Ochsenfurt) hin.

"KHSG verhindere allenfalls Schlimmers"

Kritik von den Klinikdirektoren ernteten Herwig Heide, Abteilungsleiter Krankenhaus im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, und Bernhard Seidenath, Mitglied des bayerischen Landtagsg, beide CSU, als sie das Krankenhausstrukturgesetz als Fortschritt lobten und die Investitionsförderung durch den Freistaat als ausreichend bezeichneten. Nach Manfred Wendl, KKB-Vorstandsmitglied aus Amberg, werde mit dem KHSG allenfalls Schlimmeres verhindert. Die strukturellen Defizite in der Klinikversorgung seien jedoch nicht behoben worden. Zum Defizit vieler Kliniken trage auch bei, dass der Freistaat z.B. Außenanlagen, Küchen und Interimsmaßnahmen während der Bauzeit nicht fördere. Auch hinke die Finanzierung der medizinischen Ausstattung weit hinter den Notwendigkeiten zurück. Die dadurch verursachten finanziellen Belastungen müsse der Klinikträger schultern. Dennoch werde auch von den Kliniken anerkannt, dass in Bayern notwendige Baumaßnahmen weiterhin gefördert werden.

Eine grundlegende Diskussion zur Funktion der Krankenhausplanung forderte Kathi Petersen (SPD), Mitglied des bayerischen Landtags, an. In der Vergangenheit habe eine Auseinandersetzung mit diesem Thema faktisch nicht stattgefunden. Wenn man aber auf Dauer eine flächendeckende wohnortnahe Versorgung gewährleisten will, dann bedarf es hier einer aktiven Rolle des Freistaats Bayern.

Mit einem dringenden Appell an die politisch Verantwortlichen, sowohl im Bund als auch in Bayern für eine Verbesserung der Finanzierungsgrundlagen für Kliniken zu sorgen schloss KKB-Vorstandsmitglied Jürgen Winter (Weißenburg-Gunzenhausen) die Podiumsdiskussion

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