Politik -

Krankenhausfinanzierung: Länder wollen Initiative im Bundesrat anstoßen

Baden-Württemberg, Hamburg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wollen eine Initiative in den Bundesrat einbringen, um den deutschen Krankenhäusern zu helfen. Es geht um eine schnelle Soforthilfe und Änderungen des Vergütungssystems.

Um zu verhindern, dass noch mehr Kliniken in finanzielle Schwierigkeiten geraten, müsse der sogenannte Landesbasisfallwert um drei Prozent erhöht werden, heißt es. Darüber hinaus soll die Regierung das System der Krankenhausfinanzierung nachhaltig reformieren. Dabei müssten Fehlentwicklungen beseitigt werden, wie etwa die Kollektivhaftung aller Krankenhäuser für die Ausweitung von Leistungen durch einzelne Häuser.

Bisher gilt im Fallpauschalen-Vergütungssystem: Wenn einige Kliniken mehr Operationen abrechnen als im Vorjahr, dann sinkt entsprechend die Vergütung an allen Krankenhäusern im jeweiligen Bundesland. Damit würden Krankenhäuser bestraft, die an der Mengenausweitung gar nicht beteiligt waren, sagt die baden-württembergische Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD). Um nicht in die roten Zahlen zu rutschen, sähen sie sich schließlich gezwungen, ebenfalls mehr Patienten zu behandeln. So werde ein Kreislauf in Gang gesetzt, der die Krankenhäuser dazu zwinge, immer mehr Patienten für immer weniger Geld zu behandeln, kritisiert sie.

Sollte das Finanzierungssystem nicht geändert werden, führt das ihrer Ansicht nach zu Personalabbau in den Kliniken, zu mehr Arbeit für ein ohnehin schon überlastetes Personal, zu einer Verschlechterung der Versorgung auf Kosten der Patienten und auch zur Schließung von Kliniken, die eigentlich wirtschaftlich arbeiteten. Ein weiterer Kritikpunkt ist Altpeter zufolge der in diesem Jahr erstmals zur Krankenhausfinanzierung herangezogene Orientierungswert. Dieser sei ursprünglich dazu gedacht gewesen, die Kostenstrukturen und -entwicklungen der Krankenhäuser abzubilden und das Finanzierungssystem dadurch zu verbessern. "Bislang werden die tatsächlichen Kostensteigerungen jedoch nur unzureichend und verspätet abgebildet", meint die Ministerin. Die Bundesregierung müsse "dringend nachbessern".

© hcm-magazin.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen