ARD-Mittagsmagazin kritisiert Kliniken Krankenhausessen: Veraltete Küchen und zu viel Salz

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Deutsche Krankenhäuser geben immer weniger Geld für Verpflegung das. Das geht laut ARD-Mittagsmagazin zu Lasten der Qualität. Kritisiert werden v.a. veraltete Küchen und der Trend zum Caterer, der Patienten mit zu wenig Nährstoffen, aber umso mehr Salz versorgt.

Klinikessen
Für Lebensmittel gaben Krankenhäuser 2018 im Durchschnitt 3,84 Euro pro Tag und Patient aus. 2005 waren es noch 4,45 EUR. – © Kzenon (stock.adobe.com)

Das ARD-Mittagsmagazin kritisiert die Qualität des Essens in deutschen Kliniken. Basis ist die aktuelle Studie zur Patientenverpflegung 2019, die das Krankenhausinstitut in Auftrag gab. Laut dieser geben die Einrichtungen seit Jahren weniger Geld für Verpflegung aus. „Die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser treffen die Küchen besonders hart“, sagt Dr. Karl Blum von Deutschen Krankenhausinstitut gegenüber dem ARD-Mittagsmagazin. Seit 2005 sind die realen Kosten pro Patient und Tag um neun Prozent gesunken (Inflationsbereinigt).

Kliniken investieren kaum in eigene Küchen

Für Lebensmittel gaben Krankenhäuser 2018 im Durchschnitt 3,84 Euro pro Tag und Patient aus. 2005 waren es noch 4,45 Euro. Im gleichen Zeitraum stiegen aber die Preise für Lebensmittel und Personalkosten stärker. In vielen Krankenhausküchen besteht zudem ein hoher Investitionsstau. Kliniken stecken kaum Geld in die eigenen Küchen. Im Durchschnitt sind Krankenhausküchen 29 Jahre alt und lediglich ein Drittel der Krankenhäuser will in den kommenden drei Jahren investieren.

Trend zur Tiefkühlkost

„Die Küche steht im Vergleich zu anderen Krankenhauskosten nicht an erster Stelle der Prioritäten.“ sagt Blum. „Deswegen sind die Küchen im Schnitt relativ alt.“ Er fordert den Investitionsstau bei Krankenhausküchen abzubauen. Stattdessen geht der Trend hin zu mehr Zentralisierung. Also eine Großküche, die mehrere Standorte beliefert. Außerdem bestehen die Gerichte häufiger aus Tiefkühlkost oder werden runtergekühlt ausgeliefert. Wenngleich sich dieser Trend nicht so stark fortsetzt wie in der Branche erwartet wurde. Immerhin: 65 Prozent der Krankenhausküchen werden noch in Eigenregie betrieben. 2005 waren es noch 80 Prozent.

Keine einheitlichen Standards für Essen in Kliniken

Stichproben des ARD-Mittagsmagazins in einem Berliner Krankenhaus wurden im Labor untersucht. Ergebnis: Patienten bekommen nicht das Essen, was ihr Körper bräuchte. Vitamine und andere Nährstoffe waren nicht ausreichend vorhanden, der Salzgehalt viel zu hoch. Bundesweit gibt es keine einheitlichen Standards für Krankenhausessen, auch eine Überprüfung der Qualität findet nicht statt.