Klinik -

Krankenhausaufenthalte immer kürzer

"Unverändert setzt sich ein seit den neunziger Jahren beobachteter Trend fort: Auch 2012 sind die Aufenthalte im Krankenhaus im Durchschnitt kürzer als im Vorjahr", so Prof. Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) bei der Präsentation des Reports.

Krankenhausaufenthalte immer kürzer

Waren es bis 1992 mehr als 13 Tage, so sank die Verweildauer 2012 auf 8,3 Tage. Die Behandlungshäufigkeit blieb 2012 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert: 189 Fälle je 1.000 Versicherte gegenüber 190 im Jahr 2011. Maßgeblich für die zurückgehende Verweildauer im Krankenhaus ist v.a. der Rückgang an Behandlungszeit bei Kreislauferkrankungen. Sie sank von 1990 bis 2012 um 44 Prozent – von 380 Behandlungstagen je 1.000 Versicherte auf 213 Behandlungstage. Im Gegenzug hat jedoch die Verweildauer wegen psychischer Erkrankungen erheblich zugenommen, so Bitzer.

Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, Vorstandsvize der Barmer GEK, sieht für die kommende Legislaturperiode eine Krankenhausreform vorgezeichnet. Zumindest auf Seiten der Politik und der Krankenkassen sei man sich über die Problemlagen weitgehend einig. "Wir müssen das Mengenproblem in den Griff bekommen, indem wir die medizinisch nicht zwingend notwendigen Behandlungen verhindern", sagt Schlenker anlässlich der Report-Vorstellung. Kursierende Vorschläge zu einer Totalreform der DRG-Fallpauschalen, um die medizinisch unbegründete Mengendynamik einzudämmern, findet er übertrieben. Natürlich müsse das DRG-System weiter verfeinert werden, eine grundlegende Revision erscheine aber nicht angezeigt. "Außerdem wollen wir eine Lösung dafür finden, dass sich die Bundesländer immer mehr aus der Finanzierung der Krankenhausinvestitionen zurückziehen." Einen Ansatz sieht der Vorstandsvize in Direktverträgen zwischen Kliniken und Krankenkassen für planbare Behandlungen. Die Kassen sollten zudem mehr Mitspracherecht bei der Krankenhausplanung bekommen.

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