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Krankenhaus Rating Report zeigt Krankenhäuser in Not

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser ist deutlich schlechter geworden. Das zeigt der Krankenhaus Rating Report 2014. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert deshalb finanzielle Hilfen.

Der Investitionsstau in deutschen Kliniken beläuft sich auf rund 15 Milliarden Euro. Das schätzen die Autoren des Krankenhaus Rating Reports 2014, die ihre Ergebnisse auf dem Hauptstadtkongress in Berlin vorgestellt haben. Mitarbeiter des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), der IT-Beratung Accenture und das Institute for Healthcare Business haben gemeinsam die finanzielle Lage von fast 1.000 Kliniken in Deutschland untersucht.  Nach Ansicht der Forscher müssten deutsche Kliniken 5,4 Milliarden Euro aufbringen, um ihren aktuellen Investitionsbedarf zu decken.

Doch den Ergebnissen Krankenhaus Rating Reports zufolge hat sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken zuletzt spürbar verschlechtert: 16 Prozent der Kliniken wiesen im Jahr 2012 eine erhöhte Insolvenzgefahr auf. Zwei Jahre zuvor waren es nur halb so viele. Zudem hat sich die Zahl der Krankenhäuser, die auf Konzernebene rote Zahlen schreiben, deutlich erhöht. Das waren im Jahr 2012 insgesamt 35 Prozent (2010: 16 Prozent).

Kliniken brauchen Finanzspritze

Zwar hat der Bundestag im Jahr 2013 Finanzhilfen für die Krankenhäuser beschlossen. Doch die tragen nach Einschätzung der Autorendes Krankenhaus Rating Reports nur bis 2014 zur Entspannung bei. Für das Jahr 2015 befürchten sie, dass sich die finanzielle Lage der deutschen Kliniken verschlechtert. Denn ohne Gegenmaßnahmen werden die Kosten über den Erlöszuwächsen liegen.

Grundsätzlich sehen die Autoren des Krankenhaus Rating Reports vier Stellschrauben, mit denen die Situation der deutschen Krankenhäuser verbessert werden könnte. Dazu gehören:

  • höhere Preise für Krankenhausleistungen,
  • eine höhere Produktivität,
  • mehr Kapital für Investitionszwecke und
  • Marktaustritte von weniger produktiven Einrichtungen.

Mit einem Investitionsfonds gegen den Substanzabbau

Allerdings raten die Autoren des Berichts von höheren Preisen ab, da sie mittelfristig negative Folgen für die Krankenversicherten haben. Stattdessen favorisieren die Forscher einen Investitionsfonds auf Bundesebene. Mit einer Finanzierung aus Steuermitteln oder aus Mitteln der Krankenversicherungen könnte dieser er dazu beitragen, eine Strukturveränderung anzustoßen.

Bund und Länder müssen handeln

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert in der Diskussion um die Unterfinanzierung der deutschen Krankenhäuser eine rasche Entscheidung der Politik. "Die Betriebskostenfinanzierung der Krankenhäuser muss stabilisiert werden und die Investitionsmittel für die Kliniken sind deutlich aufzustocken", sagt Hauptgeschäftsführer Georg Baum. In der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform müsse der Konsens über die gemeinsame Verantwortung für die Zukunftssicherung der Krankenhäuser hergestellt werden. Dazu gehört für Baum insbesondere auch eine Beteiligung des Bundes am investiven Mehrbedarf in Höhe von rund drei Milliarden Euro.

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