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Krankenhausfinanzierung Krankenhäusern in Baden-Württemberg fehlen 177 Millionen Euro

Im Januar sind die Einnahmen der Krankenhäuser in Baden-Württemberg um durchschnittlich 20 Prozent gesunken. Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft fordert, das Minus auszugleichen.

Topic channels: KHZG, Finanzen & Investieren und Corona-Pandemie

Im Januar 2021 sind Belegung und Einnahmen der Krankenhäuser im Land um durchschnittlich jeweils 20 Prozent gesunken. Die Einnahmeausfälle in diesem einen Monat belaufen sich auf rund 177 Millionen Euro. Laut einer Umfrage der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), wird davon nur die Hälfte der Einnahmeausfälle vom aktuellen Krankenhausrettungsschirm abgedeckt. Das sei absolut unzureichend, macht der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Detlef Piepenburg, zu den Ergebnissen der Umfrage deutlich: "Die Löcher im Krankenhaus-Rettungsschirm müssen schnellstens geschlossen werden", fordert Piepenburg.

Außerdem seien die Hürden für die Unterstützungszahlungen zu hoch und zu kompliziert, denn die Krankenhäuser erhielten laut Piepenburg nur dann Hilfe, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in ihrer Region über 70 liegt, gleichzeitig die Intensivstationen weniger als 25 Prozent ihrer Betten frei haben und das Krankenhaus der erweiterten oder umfassenden Notfallstufe zugeordnet ist. Viele Kliniken können diese Voraussetzungen nicht erfüllen.

Schon aufgrund der Tatsache, dass aktuell nur noch zwei Landkreise in Baden-Württemberg über einer Inzidenz von 70 liegen, würden die meisten Kliniken im Land so keinerlei Ausgleichszahlungen mehr erhalten.

Keine Planungssicherheit

Zudem bemängelt Piepenburg dass die Häuser keine Planungssicherheit haben, weil Unterstützungszahlungen immer nur für einige Wochen zugesagt werden – aktuell bis zum 11. April 2021. "Es darf nicht sein, dass die Krankenhäuser mit den finanziellen Folgen der Corona-Pandemie jetzt allein gelassen werden. Die Krankenhäuser brauchen und erwarten jetzt zu Recht einen echten Rettungsschirm, der alle Häuser unterstützt und sicherstellt, dass die Mindererlöse für das gesamte Jahr 2021 ausgeglichen werden", fordert der BWKG-Vorstandsvorsitzende und Landrat des Landkreises Heilbronn.Wir fordern eine Liquiditätshilfe 2021 für alle Krankenhäuser, unabhängig von Notfallstufen, lnzidenzen und lntensivauslastungen

"Wir fordern eine Liquiditätshilfe 2021 für alle Krankenhäuser, unabhängig von Notfallstufen, lnzidenzen und lntensivauslastungen"

Detlef Piepenburg, Vorstandsvorsitzender Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG)

Am 24. Februar 2021 soll der Expertenbeirat in Berlin eine Empfehlung auf Basis eines ausstehenden Gutachtens über die wirtschaftliche Gesamtentwicklung der Krankenhäuser im Jahr 2020 beraten. "Diese Chance, die Weichen so zu stellen, dass alle Krankenhäuser finanziell möglichst unbeschadet durch das zweite Corona-Jahr kommen, muss unbedingt genutzt werden", fordert Piepenburg.

DIe Umfrage:

An der BWKG-Umfrage haben 62 Krankenhäuser aus Baden-Württemberg mit über 23.000 Betten teilgenommen.

Rücklaufquote der Umfrage (gemessen an der Zahl der Planbetten) 40,8 %
Erlösrückgänge im Bereich der stationären und teilstationären Versorgung
im Januar 2021 ggü. Januar 2020 (Hoch-rechnung für Baden-Württemberg)
145 Mio. Euro
(entspricht 19,0 %)
Erlösrückgänge in sonstigen Bereichen (ambulante Leistungen, Wahlleistungen)
im Januar 2021 ggü. Januar 2020 (Hochrechnung für Baden-Württemberg)
32 Mio. Euro
(entspricht 23,9 %)
Erlösrückgang gesamt Januar 2021 ggü. Januar 2020 (hochgerechnet) 177 Mio. Euro
Rückgang der Belegung im Januar 2020 ggü. Januar 2021 20,1 %
Erwarteter Rückgang der Belegung für das Gesamtjahr 2021 ggü. 2019 13,8 %
Deckungsgrad erhaltene Ausgleichszahlungen vs. Erlösrückgänge der
baden-württembergischen Krankenhäuser im Januar 2021
51,2 %

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