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Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) Krankenhäusern drohen Verluste in Milliardenhöhe

Die Krankenhausdirektoren rechnen für das laufende Jahr mit Verlusten in Milliardenhöhe. Von goldenen Zeiten durch die Corona-Finanzierung könne keine Rede sein.

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Die Krankenkassen seien derzeit "schon wieder eifrig dabei, die vom Gesetzgeber gewollte Finanzierung zu verhindern", beklagt der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). So würden derzeit noch Budgetverhandlungen für das Jahr 2020 geführt, speziell zum ausgegliederten Pflegebudget. Die eigentlich prospektiv zu führenden Verhandlungen würden oft blockiert oder Abschlüsse verzögert. Der VKD schätzt, dass noch Ende Juni nicht einmal ein Drittel der Häuser einen Abschluss für 2020 erreichen konnte. Dabei seien sie bei der Besetzung von Pflegestellen schon massiv in Vorleistungen gegangen, auch für das laufende Jahr.

"Krankenhäuser, die einen Budgetabschluss erreicht haben, mussten einen zum Teil massiven Rückgang des vereinbarten Gesamtbudgets 2020 gegenüber 2019 hinnehmen", so Verbandspräsident Dr. Josef Düllings. Im statistischen Mittel habe es bei einem positiven Abschluss einen Rückgang um 2,5 Prozent gegeben. Zum Ende dieses Jahres sei mit Verlusten in Milliardenhöhe zu rechnen.

Angespannte finanzielle Situation

Bestätigt fühlt sich der VKD von einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Auswertung der Unternehmensberatung Roland Berger. Demnach erwirtschafteten 49 Prozent der Krankenhäuser 2020 ein Minus, für das laufende Jahr rechnen 62 Prozent mit roten Zahlen. Einbußen durch die Corona-Krise verhinderten dringend benötigte Investitionen. Die finanzielle Situation sei noch nie so angespannt gewesen und die befragten Krankenhausmanager blickten pessimistischer denn je in die Zukunft. "Diese Beurteilung trifft es genau", kommentiert Düllings. Mit Blick auf den GKV-Spitzenverband fügt er hinzu: "Wenn das ein goldenes Jahr gewesen sein soll, weiß ich nicht, mit welchen Zahlen man von Kassenseite rechnet."

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