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Krankenhäuser: Wirtschaftliche Lage angespannt

Laut Report befanden sich 2011 13 Prozent der Krankenhäuser im "roten Bereich" mit erhöhter Insolvenzgefahr, 2010 waren es noch unter zehn Prozent.

Krankenhäuser: Wirtschaftliche Lage angespannt

Weitere 14 Prozent waren leicht gefährdet ("gelber Bereich"). Ein Drittel der Krankenhäuser schrieb 2011 einen Jahresverlust (2010: 16 Prozent). Dies könne, so die Experten, an dem Personalaufbau im Jahre 2011 liegen, denn die Zahl der Vollkräfte im Krankenhaus nahm um 1,7 Prozent zu. Die Zusagen der Politik, die Krankenhäuser 2013 und 2014 mit 1,1 Milliarden Euro zu unterstützen, stabilisiere die Lage vorübergehend. Doch schon ab 2015 drohe wieder eine Verschlechterung. Bis 2020 könnten sich 19 Prozent der Häuser im "roten Bereich" befinden. Darüber hinaus habe sich bei den Kliniken ein Investitionsstau von 15 Milliarden Euro angehäuft.

Im Vergleich der Bundesländer zeige sich, so der Bericht, dass die gesamtwirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in den ostdeutschen Bundesländern weiterhin am besten war, gefolgt von Rheinland-Pfalz/Saarland und Nordrhein-Westfalen. Am schwierigsten war sie in Niedersachsen/Bremen, Hessen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Baden-Württemberg, wo fast jede zweite Klinik einen Jahresverlust verzeichnete.

Bei den Trägern hätten öffentlich-rechtliche Kliniken durchschnittlich schlechter abgeschnitten als freigemeinnützige oder private. So lagen im Jahr 2011 21 Prozent der öffentlich-rechtlichen Häuser im "roten Bereich", aber nur 14 Prozent der freigemeinnützigen und zwei Prozent der privaten.

Um Kosten zu sparen, schlössen sich immer mehr Kliniken zu großen Verbünden zusammen. Demnach ist die Zahl der Krankenhausträger zwischen 1995 und 2011 von 1.600 auf 1.121 gesunken, mehr als 60 Prozent der Kliniken gehören inzwischen zu einem Träger mit mindestens zwei Krankenhäusern. Nach Ansicht der Experten dürfte sich dieser Trend künftig beschleunigen.

Die Studie über die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser wurde gemeinsam von Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Accenture und der hcb GmbH erstellt. Der Report basiert auf einer Stichprobe von 645 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2010 sowie 254 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2011. Sie umfassen insgesamt fast 1.000 Kliniken. Der Report kann beim Verlag medhochzwei (www.medhochzwei-verlag.de ) bestellt werden.

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