Krankenhausverbände Krankenhäuser fordern Mittel zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Von den Preisentwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges sind auch die Krankenhäuser in Sachsen und Thüringen massiv betroffen. Die Krankenhausverbände fordern von der Politik Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung.

Die Krankenhausverbände Thüringen und Sachsen fordern gemeinsam ein Sofortprogramm zur Kompensation inflationsbedingter Kostensteigerungen. – © onephoto (stock.adobe.com)

Die Entwicklung des Preisniveaus beziehe sich nahezu auf alle Sachkostenbereiche, von Medizinprodukten bis hin zu Energiekosten. Die Inflationsrate lag im Mai 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei circa acht Prozent, Preissteigerungen im Bereich der Medizinprodukte bewegen sich aktuell zwischen drei und 15 Prozent. Die Krankenhäuser haben im Hinblick auf Energieeinsparmaßnahmen auch bereits vor der geopolitischen Zuspitzung erhebliche Anstrengungen unternommen, um die rasant steigenden Preise in den Griff zu bekommen. Das Einsparpotenzial der Kliniken sei sehr begrenzt, da die medizinische Versorgung einen hohen Einsatz an Energie erfordere, betonen die Krankenhausverbände Sachsen und Thüringen.

Da die Finanzierung der Krankenhäuser gesetzlich reguliert ist, sich im Wesentlichen an der Einnahmenentwicklung der GKV der Vorjahre orientiert und die Krankenhäuser somit diese nicht vorhersehbare inflationsbedingte Kostenentwicklung nicht durch ihre Vergütungen refinanziert bekommen, werden die Krankenhäuser trotz wirtschaftlicher Betriebsführung auf absehbare Zeit in eine erhebliche wirtschaftliche Schieflage geraten. Die Bundespolitik sei daher nun gefordert dieser Entwicklung mit Sofortmaßnahmen zu begegnen.

Vervielfachung der Energiekosten

Allein für die Energiekosten sei für die 78 sächsischen Krankenhäuser in den gegenwärtigen Budgets ein Betrag in Höhe von circa 90 Millionen Euro auf Preisbasis 2020/2021 sowie in den 45 thüringischen Krankenhäusern ein Betrag in Höhe von circa 55 Millionen Euro berücksichtigt. Damit werde das erforderliche Finanzierungsvolumen bei einer entsprechenden Vervielfachung der Energiekosten deutlich.

Darüber hinaus weisen die Vorstände der beiden Krankenhausgesellschaften darauf hin, dass neben den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen für alle Krankenhäuser sehr kurzfristig insbesondere Handlungsbedarf für jene Krankenhäuser bestehe, deren Lieferverträge demnächst auslaufen und neu zu verhandeln sind.

Vor diesem Hintergrund haben sich beide Krankenhausverbände sowohl an die jeweiligen Lan-desgesundheitsministerien als auch an das Bundesgesundheitsministerium gewandt und um Unterstützung gebeten.

Langner und Werner fordern Politik zum Handeln auf

Die beiden Vorsitzenden der Landeskrankenhausgesellschaften Sachsen und Thüringen, Dr. Sven U. Langner und Dr. Gundula Werner sagten hierzu: „Die Krankenhäuser erwarten, dass sie unverzüglich einen finanziellen Ausgleich für die nicht beeinflussbaren inflationsbedingten Mehrkosten erhalten. Die Politik muss den Krankenhäusern den Rücken freihalten, damit diese sich auf ihre Kernkompetenzen und ihren Versorgungsauftrag, also die Versorgung der Patientinnen und Patienten, konzentrieren können.“