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Kooperationsverträge: Erfolgsmodell für Pflegeheime

Kooperationen von Zahnärzten mit Pflegeeinrichtungen sind ein echtes Erfolgsmodell für die Verbesserung der Mundgesundheit gesetzlich Versicherter in Heimen. Das ist ein zentrales Ergebnis des ersten, gemeinsamen Evaluationsberichtes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und dem GKV-Spitzenverband.

Der Auswertung zufolge stehe statistisch in jedem dritten Pflegeheim ein Kooperationszahnarzt im Sinne der Rahmenvereinbarung zur Verfügung. Dies hatten die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der GKV-Spitzenverbund (GKV-SV) im Jahr 2014 unter Mitwirkung der Träger von Pflegeeinrichtungen und der Verbänden der Pflegeberufe geregelt.

„Dank der Zusammenarbeit von Pflegeheimen und Kooperationszahnärzten wird die Versorgung der Heimbewohner immer besser. Gerade besonders schutzbedürftige Heimbewohner wie immobile oder an Demenzerkrankte profitieren von der regelmäßigen und präventionsorientierten Versorgung der Zähne. Bei vielen Heimbewohnern können durch diese Vor-Ort-Untersuchungen Beschwerden, Zahnschmerzen oder Folgeerkrankungen wie Karies verhindert werden. Dass die Zahl der Kooperationsverträge stetig steigt, zeigt, dass alle Beteiligten voll hinter dem Kooperationsmodell stehen“, betont Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes.

Derzeit gibt es bundesweit etwa 4.300 Verträge. Das entspricht bei rund 14.500 Pflegeeinrichtungen einem Abdeckungsgrad von 30 Prozent. Eine zahnärztliche Versorgung der Bewohner findet aber auch ohne Kooperationsvertrag statt. Bei rund 936.000 zahnärztlichen Haus- und Heimbesuchen im Jahr 2018 entfielen 89 Prozent der Besuche auf Pflegebedürftige und Menschen mit Beeinträchtigung. Diese Versorgung ermöglicht die Teilhabe an bedarfsgerechter, zahnärztlicher Betreuung.

Kooperationen zwischen Zahnärzten und Heimen

Pflegebedürftige Patienten können oft nicht mehr eigenverantwortlich für ihre Mundhygiene sorgen und sind auf Unterstützung angewiesen. Ihre Mundgesundheit ist im Schnitt schlechter, als die der übrigen Bevölkerung. Das Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen ist für sie besonders hoch. Die Voraussetzungen für die Versorgung von Versicherten in Pflegeeinrichtungen hatten sich im Jahr 2014 erheblich verbessert. Die damals von KZBV und GKV-SV erarbeitete Rahmenvereinbarung ermöglicht es den Vertragszahnärzten, Kooperationsverträge mit stationären Einrichtungen zu schließen, um deren Bewohner vor Ort systematisch betreuen zu können.

Solche Verträge beinhalten etwa eine routinemäßige Eingangsuntersuchung sowie regelmäßige Untersuchungen zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Zahnärzte können in den Einrichtungen Befunde und Behandlungsbedarfe dokumentieren und das Personal für weitere Maßnahmen anleiten. Grundlage der Vereinbarung und der Kooperationen ist das Pflegeneuausrichtungsgesetz. Das kürzlich in Kraft getretene Pflegepersonalstärkungsgesetz sieht alle drei Jahre eine Evaluierung der Verträge und ihrer Auswirkungen auf die Versorgung vor.

Der Evaluationsbericht kann auf der Webseite des GKV-SV eingesehen werden.

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