Ambulantisierung Konzept für einheitliche Vergütung vorgelegt

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Ein Konsortium hat das Konzept für eine „Einheitliche, sektorengleiche Vergütung (ESV)“ für ambulante Operationen erarbeitet. Dabei handelt es sich um ein Innovationfondsprojekt.

Sektorengleiche Vergütung
Es gibt ein neues Konzept, das möglicherweise künftig die ESV regeln könnte. – © prostoira777 (stock.adobe.com)

Das Konsortium besteht aus dem Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg, der Technischen Universität Berlin, dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), dem Deutschen Krankenhausinstitut und dem BKK Dachverband. Diese Zusammensetzung hebt Gesundheitsökonom Prof. Jonas Schreyögg, HCHE, hervor. „Dieses mögliche neue Vergütungssystem muss so ausgestaltet sein, dass es bei den unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens auf eine hohe Akzeptanz stößt“, sagt er bei der Vorstellung des ESV bei einer Zi-Veranstaltung. Diese hohe Akzeptanz bestätigen die Spitzen der Deutschen Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des BKK Dachverbandes dort.

Sektorengleiche Vergütung in zwei Phasen

Vorgesehen ist eine Implementierung in zwei Phasen. Beide sehen die Vergütung unabhängig vom Ort der Behandlung, aber in Abhängigkeit der medizinischen Komplexität, vor. Ausgehend vom Katalog ambulant erbringbarer Prozeduren (AOP-Katalog) soll zunächst in Phase 1 eine pragmatische Orientierung an den bestehenden DRGs erfolgen. Dabei werden sektorengleiche Leistungsgruppen auf Basis des bestehenden Kostenrahmens des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus – bereinigt um rein stationär anfallende Kosten – kalkuliert und über sektorengleiche Pauschalen vergütet. Eine „temporäre Überfinanzierung“ sei dabei wichtig, so Schreyögg. Denn: „Wir brauchen einen Anreiz, um neue Strukturen zu schaffen.“ Geplant ist zudem, innerhalb von etwa drei Jahren eine gemeinsame Datengrundlage zu schaffen, um sektorengleiche Leistungen zukünftig sektorenübergreifend transparent kalkulieren und bewerten zu können. In der zweiten Phase werden basierend auf einer einheitlichen Leistungsdefinition nach dem Baukastenprinzip, das den involvierten Professionen gerecht wird, flexibel zusammensetzbare sektorengleiche Leistungsgruppen gebildet und über sektorengleiche Pauschalen vergütet.