QuMiK-Klinikverbund Kommunale Kliniken fordern mehr Unterstützung

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Der in Baden-Württemberg ansässige QuMiK-Klinikverbund (Qualität und Management im Krankenhaus) positioniert sich zu gesundheitspolitischen Themen. Vor allem geht es dem Netzwerk kommunaler Kliniken um die unzureichende Investitionsfinanzierung, Pflegebudget und eine fehlende Planungssicherheit.

Position QuMiK
Das Netzwerk kommunaler Krankenhäuser positioniert sich in der Gesundheitspolitik. – © AllebaziB (stock.adobe.com)

Der Verbund Qualität und Management im Krankenhaus (QuMiK) GmbH fordert angesichts der großen Herausforderungen mehr Unterstützung seitens der Politik. „Der Reformstau im Gesundheitswesen ist mittlerweile oft existenzbedrohend für die Krankenhäuser geworden“, heißt es im Statement von QuMiK. Deshalb seien die drei Themenfelder

  • unzureichende Investitionsfinanzierung,
  • Pflegebudget und
  • fehlende Planungssicherheit

beispielhaft für die sich „dramatisch verschlechternden Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser in den letzten Jahren“.

Weitere Themen mit ähnlicher Wirkung und einer extensiven Steigerung des administrativen Aufwands, Verschärfung der Planungssicherheit und Bedrohung der finanziellen Grundlagen könnten genannt werden. Letztlich bewirkt diese Entwicklung einen nicht strukturierten Abbau von Klinikkapazitäten und trifft insbesondere auch leistungsstarke Krankenhäuser, die für die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden, guten Versorgung benötigt werden. Ein geordnetes Vorgehen wäre der bessere Ansatz für die
Zukunft der Krankenhäuser mit entsprechenden Rahmenbedingungen und
Reformen“, betont Prof. Dr. Jörg Martin, Geschäftsführer der RKH Gesundheit. Markus Heming, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe, betont anlässlich der Positionierung, dass die Kliniken in Baden-Württemberg „dringend eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausstrukturplanung sowie eine auskömmliche Krankenhausförderung, um die Weiterentwicklung der Kliniken voranzubringen.“

Krankenhäuser in Baden-Württemberg brauchen 750 Millionen jährlich

Laut Baden-Württembergischer Krankenhausgesellschaft müsste die Summe der Investitionsmittel dauerhaft auf insgesamt 750 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden, um den laufenden Investitionsbedarf zu decken. Gemessen an den gesamten Krankenhauskosten liegt der Anteil, den das Land Baden-Württemberg für die Investitionen leistet, im Jahr 2019 bei 3,9 Prozent, Tendenz rückläufig. Bereits 2006 hat eine Expertenkommission errechnet, dass die Investitionsquote bei mindestens zehn Prozent liegen müsste. Hemig fordert deshalb, dass Bund und Länder „gemeinsam an einem Strang ziehen“ sollten.

Pflegebudget: „Gut gemeint, aber schlecht gemacht“

„Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Die Krankenhäuser sind mittlerweile seit mehr als zwei Jahren die Leidtragenden eines Gesetzes, welches große Unzulänglichkeiten aufweist“, erklärt Matthias Ziegler, Geschäftsführer Klinikum Esslingen. Vor dem Pflexit hätten die Gesetze zur Krankenhausfinanzierung eine belastbare Unternehmensplanung zugelassen. Heute wisse man erst nach mehr als zwei Jahren, wieviel ein Klinikum für seine geleisteten Behandlungen vergütet bekommt. Die unzureichende Definition muss laut Ziegler praxisgerecht nachgebessert werden. Dabei seien auch Personen zu berücksichtigen, die zwar am Bett arbeiten, aber nicht ausschließlich.“

QuMiK: Politische Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel gefordert

Dr. Matthias Geiser, Geschäftsführer des Schwarzwald-Baar Klinikums Villingen-Schwenningen, fordert für Kliniken Rahmenbedingungen, die es erlauben, attraktiver Arbeitgeber zu sein. Zugleich bräuchten die Mitarbeitenden Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, ihre Qualifikationen und ihr Können zur Geltung zu bringen.

„Dazu gehört ein sehr deutlicher Abbau von Bürokratie – der Aufwand dafür ist sehr hoch“, meint er. „In jedem Krankenhaus werden in diesen Bereichen eine Vielzahl von Pflegefachkräften eingesetzt, die am Patientenbett und im OP fehlen.“ Darüber hinaus sollte die Überregulierung beseitigt und stattdessen Schwankungsbreiten definiert werden. „Es muss den Krankenhäusern möglich sein, vorhandene Ressourcen sinnvoll einzusetzen und mit einem Qualifikationsmix zu arbeiten“, erklärt der Geschäftsführer. Dazu zähle auch die entsprechende Finanzierung unterstützender Leistungen und Berufe. Als weitere Maßnahmen nannte er u.a. die leichtere Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte mit beschleunigten Anerkennungsverfahren.

Weitere Informationen zur Positionierung von QuMiK finden Sie auf der Netzwerk-Website.