Die Kolumne von Eckhard Eyer Kommt die Renaissance der Gartenstadt?  

In seiner aktuellen Kolumne beschäftigt sich Eckhard Eyer mit der Herausforderung der Wohnraumverknappung und Mieterhöhungen sowie ihren Auswirkungen auf Mitarbeitende in Gesundheitsunternehmen.

Dipl.-Ing. Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting in Ockenfels, Kontakt: info@eyer.de – © Eckhard Eyer

Mitarbeitende gewinnen und binden ist das Thema in der Gesundheitswirtschaft. Im Zug der zunehmenden Wohnraumverknappung und Mieterhöhungen sowie der Explosion der Energiekosten stellt sich für viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht nur die Frage wie sie den Weg zur Arbeit bewältigen – mit dem Jobticket, dem Jobrad, dem Dienstwagen oder auf eigene Kosten – sondern auch wie sie Zeit für den Weg zur Arbeit reduzieren oder gar sparen können.

Lohnt sich die Arbeit: Die mögliche Rechnung der Angestellten

Die Rechnung der Angestellten könnte sein: Ich bin für acht Stunden Arbeitszeit am Tag wegen der An- und Abreise sowie den Pausen elf Stunden je Arbeitstag für die Arbeit unterwegs. Hinzu kommen die Mobilitätskosten. Am Ende des Tages bleiben mir, unter Berücksichtigung nach Abzug der explodierten Lebenshaltungskosten, die auch nach Ende des Ukrainekrieges nicht signifikant sinken werden – nicht mehr viel zum Leben. Kann ich meinen Tag auch anders strukturieren als mit Arbeit? Brauche ich die Arbeit um zu leben?

Betriebliche Sozialleistungen für Mobilität und Wohnraum

Die Betrieblichen Sozialleistungen für die Mobilität sind heute quasi Standard: Das Jobticket und Jobrad in der Stadt und der Dienstwagen auf dem Land, wo zu den entsprechenden Tageszeiten keine öffentlichen Verkehrsmittel fahren. Kindergartenplätze für Mitarbeitende in der Pflege mit angemessenen Öffnungszeiten zur Minimierung der Wege der Eltern sind keine Seltenheit mehr.

Margarethe Krupp baute nicht nur aus christlicher Nächstenliebe die Gartenstadt „Margarethenhöhe“ in Essen, die ein Vorbild für viele andere Arbeitgeber und Städte wurde. Krupp versuchte während der Industrialisierung, den Wettbewerb um Arbeitskräfte mit attraktiven Wohnangeboten für die Mitarbeitenden zu gewinnen und zu binden. Neben den Gartenstädten wurden auch Firmensiedlungen und Wohnheime errichtet, die den Mitarbeitern preiswerten Wohnraum in der Nähe ihrer Arbeitsplätze boten und die Identifikation mit sowie die Bindung an das Unternehmen stärkten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Wertvorstellungen der Menschen ändern sich, aber ihre Grundbedürfnisse bleiben. In Zeiten in denen der Wohlstand und das frei verfügbare Einkommen der Menschen sinkt gewinnen die Grundbedürfnisse an Bedeutung. Das bezahlbare Dach über dem Kopf in der Nähe der Arbeitsstelle werden – gerade im Schichtdienst – zu einem geschätzten Gut, das die Attraktivität des Arbeitgebers steigert.  

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Eckhard Eyer, Perspektive Eyer Consulting, info@eyer.de