Corona-Pandemie -

Training gestartet Können Hunde das Coronavirus erschnüffeln?

Dieser Frage wollen nun verschiedene Forscherteams nachgehen, darunter auch das Klinikum Dortmund. Die Vierbeiner können bereits Krebs, Parkinson und Malaria erkennen. Warum nicht auch das Coronavirus?

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Kann man Covid-19 am Atemgeruch erkennen? Das ist die Idee eines Forschungsprojekts, das nun im Klinikum Dortmund umgesetzt wird. Bis die Hunde einsatzbereit sind, dauert es jedoch sechs Wochen. Bis dahin soll ein spezielles Sensorgerät eingesetzt werden, das die feine Sensorik einer Hundenase nachahmt. Bei Corona-Verdachtsfällen wird daher jetzt neben dem klassischen Abstrich aus dem Rachen auch eine Luftprobe aus Nase und Mund entnommen.

Elektronische "Hundenase" überbrückt Wartezeit

„Wir prüfen dann in der elektronischen Hundenase, ob es Auffälligkeiten in der Gas-Analyse gibt, quasi eine Art Signatur, die typisch für Covid19 ist“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund. Im Idealfall könne am Ende dieser Forschung eine neue Form der Testung entwickelt werden, die unmittelbar nach der Probenentnahme ein Ergebnis liefert, also ein Schnelltest an Ort und Stelle.

Auch die britische Organisation Medical Detection Dogs trainiert Hunde, um u.a. Krankheiten wie Parkinson, Diabetes und Krebs zu erkennen. Jetzt sollen die Hunde mit ihrem extrem guten Geruchssinn Coronavirus-Infektionen erschnüffeln lernen. Hierfür arbeitet die Organisation wieder mit der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) und der Durham Universität zusammen. Das interdisziplinäre Team konnte kürzlich nachweisen, dass Hunde Malaria am Geruch erkennen. Zudem können die Tiere bereits kleine Temperaturveränderungen wahrnehmen und z.B. anschlagen, wenn jemand Fieber hat.

"Covid-19 Hunde" in 6 Wochen startklar

Mit-Gründerin von Medical Detection Dogs, Dr. Claire Guest, will so dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Angesichts der aktuellen Lockerungen könnten die Hunde in Zukunft wertvolle Dienste leisten, bis ein Impfstoff gegen das Virus marktreif ist. Ein Einsatz z.B. im Flugverkehr könnte die Ein- und Ausreisen Infizierter verhindern. Auch asymptomatisch Infizierte könnten frühzeitig separiert werden. In sechs Wochen sollen die ersten Hunde bereits in der Lage sein, bei dem Virus anzuschlagen.

Training bei Medical Detection Dogs

Prof. James Logan, Leiter der Abteilung für Krankheitskontrolle an der LSHTM, sagt: "Wir wissen, dass Atemwegserkrankungen wie Covid-19 den Körpergeruch verändern, also ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Hunde auch diesen Geruch erkennen können."

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