Forschung -

Monash Universität Klinische Tests für bionisches Auge starten

Das bionische Auge der australischen Monash Universität steht kurz vor den klinischen Tests. Die Kombination aus Kamera, Prozessor und Gehirnimplantat ermöglicht es Blinden, Umrisse und Bewegungen wahrzunehmen und soll so zu mehr Mobilität verhelfen.

Viele Teams forschen weltweit an Lösungen, die Sehbehinderten und Blinden den Alltag erleichtern sollen, so auch die Monash University in Melbourne. Seit über zehn Jahren arbeitet die Universität am Projekt "Gennaris", das es Blinden ermöglichen soll, in der Nähe befindliche Personen und im Weg stehende Objekte wahrzunehmen. Die Ergebnisse der vorklinischen Studien sind vielversprechend, jetzt sollen die klinische Tests in Melbourne starten.

Gennaris besteht aus drei Teilen: der Kamera, einem Prozessor und einem Gehirnimplantat, das beim Sehzentrum eingesetzt wird. Die Kamera auf der Stirn nimmt auf, was vor der Person passiert. Die Aufnahmen werden an den Prozessor übertragen, der die Informationen filtert und kabellos an das Implantat weiterleitet. Dort werden sie in elektronische Impulse übersetzt und der Träger sieht ein Bild aus bis zu 172 Lichtpunkten. Farben und Details sind zwar nicht ersichtlich, aber die Fortbewegung im Raum könnte sich deutlich verbessern.

So funktioniert das bionische Auge

Auch in Österreich wurde bereits 2015 die Implantation eines "epiretinalen Augenchips" durchgeführt, das ähnlich aufgebaut ist wie das Gerät der australischen Forscher. Die in Wien behandelte Frau konnte bereits einen Tag nach der Operation erste Lichtreize wahrnehmen.

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