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Klinikum Augsburg: Neue OP-Säle mit modernster Technik

Der erste Bauabschnitt der OP-Sanierung im dritten Stockwerk ist nahezu abgeschlossen. Nach den technischen Abnahmen im August und Probetrieb im September sollen die zehn neuen Operationssäle in diesem Sommer in Betrieb gehen, die weiteren OP-Säle werden dann auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

2015 wird das 30-Millionen-Euro-Bauprojekt abgeschlossen, weitere 12 Millionen Euro werden in High-Tech-Geräte investiert. Der Verwaltungsratsvorsitzende, Landrat Martin Sailer, betont: "Im Rahmen der Generalsanierung gilt es auch, das 'Herzstück eines Krankenhauses' umfassend zu modernisieren. Zunächst haben wir mit dem Dach-Operationsbereich und seinen sechs Sälen eine Erweiterung auf Dauer geschaffen. Dabei hat uns der Freistaat mit einer Sonderförderung von 10 Millionen Euro tatkräftig unterstützt. Jetzt sanieren wir den OP-Trakt für rund 30 Millionen Euro in zwei Schritten, parallel laufen Baustelle und OP-Betrieb - dabei stets im Fokus: Patient und Personal. Wir bauen tatkräftig an der Weiterentwicklung des Klinikums. "

Kombination aus High-Tech und Know-how

"Unsere Operateure und mit ihnen weitere Mitarbeiter können nun High-Tech und ihr eigenes Know-How miteinander verbinden, um rund 33.000 Patienten pro Jahr optimal zu versorgen", betont Klinikum-Vorstand Alexander Schmidtke. Etwa 15 Prozent der operativen Eingriffe sind zumeist ungeplante, dringliche oder gar brisante Notfälle.

Der Operationsbereich am Klinikum ist einer der größten in Deutschland: Nach der Sanierung stehen ab 2015 mit 18 OP-Sälen im neuen Zentral-OP und 6 OP-Sälen des "Dach-OPs" insgesamt 24 OP-Säle für Eingriffe aller Art auf einer Ebene zur Verfügung. In den Zentral-OP wird speziell für Kinder und Jugendliche ein abgetrennter Bereich mit einem eigenen OP-Saal, sowie einem eigenem Wartebereich inkl. Aufwachraum integriert. Zwei Hybrid-OPs ermöglichen, dass Herzchirurgen, Kardiologen und Gefäßmediziner interdisziplinär komplexe Eingriffe und minimal-invasive Operationen (kleine Schnitte) durchführen können, neue und schonendere Therapieverfahren umsetzen und dabei die Risiken für den Patienten minimieren.

In Deutschland einzigartiges Projekt

Architekt Dr. Michael Ludes betont: "Es gibt derzeit kein vergleichbares Projekt in Deutschland, was die Dimension einer Sanierung im Bestand betrifft." Die enge Verzahnung zwischen Planung und laufendem Krankenhausbetrieb ermögliche dank der guten Zusammenarbeit die "Operation am offenen Herzen" des Klinikums. Die neue Struktur des Operationsbereiches verbessert auch die Prozessqualität und Effizienz. Zudem wird mittels Tageslicht und Glaswänden ein angenehmeres Ambiente für Mitarbeiter und Patienten geschaffen. Nicht nur die Optik gefällt den Operateuren, durch die Glaswände wird auch auf Fugen verzichtet - was der Reinigung und damit der Hygiene nützt.

Modernste OP-Technik ermöglicht Chirurgen und dem gesamten OP-Personal, aufwändige Eingriffe durchzuführen. In den Sälen werden die Geräte nicht nur eingebaut, sondern über Datenleitungen miteinander vernetzt. Dadurch können Operateure, Assistenten und Anästhesisten jederzeit alle verfügbaren Informationen auf ihre Monitore holen und auf einen Blick erfassen. Sogar die drei an Gelenkarmen hängenden Operationsleuchten sind ans Datennetz angeschlossen. Sie tragen Kameras, deren Bilder auch nach außen, etwa ins Büro der Chefärzte übertragen werden können.

Für den technischen Fortschritt der Zukunft gerüstet

Neben der Helligkeit kann der Operateur auch die Farbe des Lichtes der Operationsleuchten verändern, weil sich manche Strukturen im Körper mit farbigem Licht besser erkennen lassen. Vier der neuen Operationssäle werden speziell für "Schlüssellochoperationen", also minimal-invasive Chirurgie (MIC) ausgestattet, in einem von ihnen kann während der Operation von MIC zu konventionellen Eingriffen gewechselt werden. Damit ist das Klinikum auch für künftige Weiterentwicklungen der Operationsmethoden vorbereitet.

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