Digitalisierung -

Umfrage Klinikmanagement schätzt Patienten- und Überleitungsportale

Immer mehr Klinikmanager und -managerinnen schätzen digitale Instrumente als wichtige Erfolgsfaktoren für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Das haben aktuelle Umfragen von WMC Healthcare gezeigt. Die wichtigsten Erkenntnisse hinsichtlich Wahrnehmung und Bedeutung.

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Schnell ist es passiert: Eben noch im Sommerurlaub auf dem Surfboard herumgeturnt. Plötzlich gestürzt und das Knie verdreht. Nachdem die Schmerzen am nächsten Tag nicht nachlassen, sucht Thomas Müller seinen Orthopäden auf. Diagnose: Bänderriss. Der niedergelassene Arzt hält einen chirurgischen Eingriff für ratsam. Aber welche Klinik hat zeitnah OP-Kapazitäten und ein Bett frei? Und wie geht es nach der Operation mit den notwendigen Rehamaßnahmen weiter? Was jetzt beginnt, ist noch viel zu oft eine Odyssee. Denn die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sind in Deutschland nicht durchlässig genug. Und das ist nicht nur für die Patienten nachteilig. "Abgestimmte Versorgungskonzepte innerhalb einer Region und starke Netzwerke mit Einweisern und Nachsorgeeinrichtungen sind für Kliniken heutzutage überlebenswichtig", macht WMC-Geschäftsführer Reinhard Wichels deutlich. Trotzdem ließe die Kommunikation zwischen den Partnern in der Praxis häufig zu wünschen übrig.

Doch durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) kommt endlich Schwung in diese seit Jahrzehnten festgefahrene Situation: Viele Klinikgeschäftsführende haben ihren Schwerpunkt dabei auf digitale Patienten- und Überleitungsplattformen gelegt. Ein kluger Ansatz, wenn man die Fördergelder sinnvoll nutzen und nachhaltige Veränderungen herbeiführen möchte. "Neben der Notfallversorgung und der elektronischen Patientenakte sind Patientenportale der Aspekt im KHZG, den Klinikmanager dringend angehen sollten", findet auch Digitalisierungsexperte Thomas Kräh, Geschäftsführer der Hospital Management Group (HMG). Dabei sei es wichtig, die ambulanten Partner mitzunehmen, um den Prozess von der Aufnahme bis zur Entlassung im Sinne des Patienten qualitativ zu verbessern. "Ohne die Einbindung der niedergelassenen Ärzte kann ein Krankenhaus nicht erfolgreich geführt werden."

Digitale Instrumente wie Patientenportale und Überleitungsplattformen vereinfachten die Abläufe und minimierten Reibungsverluste. Voraussetzung dafür sei aber, dass bereits heute möglichst viele vorgelagerte Praxen bzw. nachgelagerte Versorgungseinrichtungen in das Portal integriert sind, denn nur solche Plattformen zeigten optimale Wirkung. "Wenn das passt, steigt die Patientenzufriedenheit, die Behandlungsqualität verbessert sich und auch wirtschaftlich lohnt es sich für die Kliniken hier in Digitalisierung zu investieren."

So steht es um die Wahrnehmung von Patientenportalen in der Klinikdirektion

Mit dieser Meinung ist Kräh, der als Geschäftsführer der Esslinger Medius Kliniken bereits sehr früh den Weg zum digitalen Krankenhaus beschritten hatte, nicht allein. Zwei von der Münchner Unternehmensberatung WMC Healthcare GmbH beauftragte unabhängige Umfragen haben jetzt gezeigt, dass viele Krankenhausmanager und -managerinnen eine starke digitale Vernetzung zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern entlang der gesamten Patientenreise für einen entscheidenden Erfolgsfaktor für Kliniken halten. Jeweils 30 Vertrerinnen und Vertreter der Klinikdirektion deutscher Krankenhäuser wurden dabei von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut zur Wahrnehmung und Wichtigkeit von Patientenportalen bzw. digitalen Überleitungsplattformen befragt.

Die Herausforderungen für deutsche Krankenhäuser sind groß: 77 Prozent der Befragten haben in den letzten 12 Monaten einen Rückgang der elektiven Fallzahlen erlebt. 80 Prozent glauben, dass Patientenportale mit transsektoralem Daten- und Terminaustausch die Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor signifikant verbessern können. In der Terminbuchungsmöglichkeit über ein Patientenportal sehen die meisten der befragten Klinikmanager und -managerinnen den geeignetsten Kanal zur Akquise neuer Elektiv-Patienten. Die Mehrheit verspricht sich einen Zuwachs der Elektivpatientenzahlen bis zehn Prozent. Darüberhinaus ist aus Sicht der Klinikverantwortlichen die Erhöhung der Patientenzufriedenheit einer der größten Vorteile des Patientenportals.

Wahrnehmung und Wichtigkeit des Patientenportals

Große Chancen im Entlassmanagement

Auch beim Entlassmanagement liegen in der Digitalisierung große Chancen. "Kein Krankenhaus kann es sich heute noch leisten, Patienten über die notwendige Verweildauer hinaus in der Klinik zu behalten, weil es Probleme mit der Weiterbehandlung gibt“, macht Wichels deutlich. Für die Patientinnen und Patienten sei es natürlich auch belastend und nicht gerade förderlich für den Genesungsprozess, wenn sich die Wartezeit, z.B. auf einen Reha-Platz, unnötig in die Länge ziehe. Rund 89 Prozent aller befragten Krankenhausdirektoren, von denen die Mehrheit Häuser mit bis zu 1.000 Betten betreut, erachten ein gutes Überleitungsmanagement als wichtiges Steuerungstool. Trotzdem nutzen bisher nur 33 Prozent der Befragten eine digitale Überleitungsplattform – ebenso viele planen aber eine solche künftig zu etablieren. Das vorrangige Ziel dabei: die Optimierung der Verweildauersteuerung und die erfolgreiche Nachbehandlung der stationären Patienten. Dabei ist die strukturierte und digitale Übermittlung von Daten an Kostenträger und Nachsorgeeinrichtungen aus Sicht der Befragten eine der Schlüsselfunktionen einer solchen Plattform. 83 Prozent der Krankenhäuser wollen künftig die Kommunikation von Gesundheitsdaten über digitale Plattformen abwickeln. "Dieser Schritt ist längst überfällig", teilt Wichels seine Einschätzung. "Die erste Landesdatenschutzbeauftragte hat gerade das immer noch sehr häufig dafür verwendete Fax für unzulässig erklärt."

Weitere Informationen unter www.wmc-healthcare.de. Bei Interesse können die vollständigen Umfrageergebnisse bei julia.haertl@wmc-healthcare.de angefragt werden.

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