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Entlassungen Kliniken schicken Patienten immer früher in die Reha

Akut-Kliniken verlegen ihre Patienten nach einer Operation aus Kostengründen immer früher in Reha-Kliniken. Diese übernehmen zunehmend Aufgaben analog zum Krankenhaus. Die Bedingungen für Reha-Leistungen bedürfen daher dringend einer Neuordnung, fordern Experten anlässlich des bevorstehenden Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie.

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„Für viele Senioren ist eine Reha die einzige Chance, wieder in ihr altes Leben zurückzukehren“, erklärt Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt, einer der Kongresspräsidenten des Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 20. bis 23. Oktober in Berlin. Nicht nur der Patient profitiere davon: Einer Studie des Prognos-Instituts zufolge erhält die Volkswirtschaft für jeden in die Rehabilitation investierten Euro fünf Euro zurück. Bedingt durch das deutsche Gesundheitssystem kämpfen Reha-Einrichtungen jedoch zunehmend mit Problemen. „Immer häufiger entlassen Akut-Kliniken ihre Patienten zu früh“, warnt Hesselschwerdt. Oft handele es sich dabei um Betagte, die ein neues Hüft- oder Kniegelenk bekommen haben. Ihr durchschnittlicher Aufenthalt in der Akut-Klinik habe sich zwischen 2003 und 2011 um etwa fünf Tage reduziert.

Falsche Anreize durch Fallpauschalen

Den falschen Anreiz für die frühe Entlassung schaffen nach Meinung der Orthopäden und Unfallchirurgen die Fallpauschalen, nach denen Klinikleistungen vergütet werden. Die Konsequenzen: „Etwa jeder vierte Patient benötigt ein umfangreiches medizinisches Monitoring in engem Austausch mit dem Operateur. Vereinzelt sind auch Rückverlegungen bei Komplikationen notwendig“, sagt Hesselschwerdt, Chefarzt der Theresienklinik in Bad Krozingen, einer Reha-Klinik. Auf diesen erhöhten medizinischen und pflegerischen Aufwand sei man eingestellt, er werde jedoch nicht in den Reha-Sätzen abgebildet.

Index für Reha-Fähigkeit gefordert

Hesselschwerdt fordert, verbindliche Kriterien zur Reha-Fähigkeit frisch operierter Patienten festzulegen „Wir brauchen einen Index, der den Zustand der Patienten erfasst und der an einen bestimmten Reha-Satz gekoppelt ist.“ 2012 haben die Krankenkassen in Deutschland etwas mehr als eine Million medizinische Reha-Maßnahmen finanziert, knapp 700.000 Anträge wurden abgelehnt. Die Kassen geben nur 2,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben für Rehabilitations-Leistungen aus – ein Zehntel der Kosten, die sie für Krankenhausbehandlungen ausgeben. „Ein unausgeglichenes Verhältnis“, findet der DKOU-Präsident.

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