Rettungsschirm Kliniken pochen auf weitere Corona-Hilfen

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Der Corona-Rettungsschirm für die Krankenhäuser schnappt Ostermontag zu. Ein „fatales Signal“, befinden Klinikfunktionäre. Sie fordern Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) auf, ihn weiter aufgespannt zu lassen.

Rettungsschirm
Krankenhäuser blicken mit Besorgnis auf das Auslaufen des Corona-Rettungsschirms und fordern die Politik zum Handeln auf. – © Watchara (stock.adobe.com)

Mit großer Besorgnis blicken die Krankenhäuser auf Ostermontag. „Nach wie vor gibt es viele Corona-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus und eine hohe Anzahl an Personalausfällen“, berichtet Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG).

Festlegung von Rettungsschirminstrumenten gefordert

Von Entspannung oder Regelbetrieb könne keine Rede sein. „Im Gegenteil, viele Häuser haben aufgrund hoher Personalausfälle ihr Versorgungsangebot eingeschränkt“, betont Krankenhausfunktionär Schreiner. Er sieht Lauterbach in der Pflicht und verlangt entweder ein alternatives Hilfesystem oder die Verlängerung der bestehenden Unterstützungsmaßnahme. Dazu gehöre die Rücknahme des zweiprozentigen Abzugs beim Ganzjahreserlösausgleich. „Streichen Sie endlich den Abzug“, adressiert der BKG-Geschäftsführer an den Minister.

Ein weiterer Hilferuf kommt aus Rheinland-Pfalz. Die dortige Landespflegekammer befürchtet eine erhebliche Mehrbelastung des Personals. „Denn um die Finanzierungsbasis zu sichern, werden die Einrichtungen direkt nach Ostern gezwungen sein, die Fallzahlen deutlich zu erhöhen“, sagt Präsident Dr. Markus Mai. Er fordert die Weiterführung des Rettungsschirms bis mindestens zum 30. Juni 2022. „Alles andere ist unverantwortlich“, betont Mai.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bezeichnet das Auslaufen des Rettungsschirm als „fatales Signal“. „Wir befinden uns weiterhin in einer angespannten Situation, denn wir haben mit hohen Personalausfällen zu kämpfen“, sagt der Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß gegenüber der „Rheinischen Post“.

Erst vor Kurzem ließ Lauterbach auf dem DKG-Krankenhaustag durch seinen Parlamentarischen Staatssekretär Prof. Edgar Franke (SPD) ausrichten: „Wir werden alles tun, um den Krankenhäusern zu helfen.“