G-BA Kliniken beteiligen sich nicht an Erprobungsstudien

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Bei den Erprobungsstudien für neue Methoden sieht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Probleme. Es gebe weder für Patientinnen und Patienten noch für Krankenhäuser Anreize, sich zu beteiligen. Der Grund: Sie können die betroffenen Arzneimittel nutzen, während die Studie noch läuft. Das bemängeln die Unparteiischen des G-BA

Die Rahmenbedingungen für die Beteiligung an Erprobungsstudien müssten laut den Unparteiischen der G-BA verbessert werden. – © freebird7977 (stock.adobe.com)

Der G-BA will bis Ende des Jahres 20 Erprobungsstudien auf den Weg bringen. Diese vom Gremium durchgeführten klinischen Studien sind gesetzlich vorgeschrieben, wenn es keine eindeutigen Aussagen zu Nutzen oder Schaden neuer Methoden treffen kann. Die Kosten belaufen sich laut unparteiischem Mitglied Dr. Monika Lelgemann auf eine bis acht Millionen Euro – pro Studie. Allerdings habe sich gezeigt, „dass die erfolgreiche Durchführung von Studien, insbesondere die Gewinnung von Studienzentren und die Rekrutierung von Patientinnen und Patienten unter den gegebenen Umständen kaum zu bewältigen ist“.

Anreize schaffen für Beteiligung an Erprobungsstudien

Grund dafür sei eine gesetzliche Regelung, die es Krankenhäusern erlaubt, die neuen Methoden bereits anzuwenden, während die Erprobungsstudie noch läuft. Für Patientinnen und Patienten sowie Krankenhäuser fehle darum „jeglicher Anreiz“ sich daran zu beteiligen, so Lelgemann. Die Rahmenbedingungen müssten so gestaltet sein, „dass es hier nicht um ein Deckmäntelchen für die Einführung und Erstattung nicht ausreichend geprüfter Arzneimittel geht.“

Langwierige Stellungnahmeverfahren

Die Beratungsabläufe des G-BA könnten optimiert werden, räumt der unparteiische Vorsitzende Prof. Josef Hecken im Pressegespräch außerdem ein. Auch einer besseren Repräsentation von noch nicht beteiligten Berufsgruppen sowie Patientinnen und Patienten verschließe man sich nicht. Allerdings: „Wenn einerseits Verfahrenslängen kritisiert, andererseits aber der Kreis der Beteiligten durch den Gesetzgeber erweitert und zusätzliche langwierige Stellungnahmeverfahren implementiert werden, dann kann das am Ende nicht mehr funktionieren.“