Ukraine Kliniken behandeln Kriegsverletze

Aktuell laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die ersten kriegsverletzten Patientinnen und Patienten aus der Ukraine zur medizinischen Behandlung einzufliegen. Unfallchirurginnen und -chirurgen sollen dabei beraten.

Ukraine
Vorbereitungen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung für Menschen auf der Flucht laufen auf Hochtouren. – © daboost (stock.adobe.com)

Grundsätzlich soll die zentrale Verteilung von Verletzten aus dem Ukraine-Krieg über das Kleeblatt-Prinzip der Länder erfolgen, das wegen der Covid-19-Pandemie aufgebaut wurde. In die Verteilung werden nun Unfallchirurgen als Berater eingebunden, um den Schweregrad der Verwundung zu beurteilen, teilt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) mit. Darüber hinaus können sie eine Einschätzung der notwendigen Versorgungsressourcen vornehmen und Verletzte Krankenhäusern mit geeigneten Kapazitäten und Spezialisten zuordnen. „Beispielsweise unterscheidet sich eine durch eine Bombenexplosion entstandene Brandverletzung wesentlich von der Brandverletzung bei einem Haus- oder Fahrzeugbrand. Davon abhängig ist auch die Auswahl eines speziell dafür ausgestatteten Krankenhausbetts, das gelingt nur mit Expertenwissen“, sagt Prof. Benedikt Friemert, Klinischer Direktor für Unfallchirurgie und Orthopädie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm.

Anpassungen notwendig

Die Verteilung nach dem Kleeblatt-Prinzip habe sich bewährt. „Allerdings wurde es für eine Pandemie entwickelt und muss nun für die Behandlung Kriegsverletzter angepasst werden“, sagt Prof. Gerrit Matthes, Leiter der DGU-Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung. In Berlin und Brandenburg würden die Unfallchirurgen bereits fest in die Koordination mit eingebunden, in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind Bundesland-Verantwortliche des Trauma-Netzwerks für die Koordination der ukrainischen Kriegsverletzten zuständig. Das Trauma-Netzwerk der DGU ist eine Versorgungsstruktur, die mehr als 650 Krankenhäuser miteinander verbindet und den elektronischen Austausch der Patientendaten ermöglicht. „Wir empfehlen, dieses Prinzip auch auf andere Bundesländer anzuwenden, hier ist die jeweilige Landespolitik gefragt“, sagt Matthes.