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Klinikum St. Georg Klimaschutzprojekt: Erste Meilensteile sind realisiert

Mit der Umsetzung erster Meilensteine trägt das Klimaschutz-Modellprojekt KUWEA am Klinikum St. Georg, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit gefördert wird, erste Früchte. Langfristig soll die verbrauchte Energiemenge um ein Drittel reduziert werden.

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Tobias Brenner vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit (BMU) verschaffte sich bei einem persönlichen Besuch am 10. April 2019 selbst einen Überblick über die bereits erreichten Meilensteine des Klimaschutz-Modellprojektes KUWEA am Klinikum St. Georg. Gemeinsam mit dem Projektträger und den
beauftragten Ingenieuren besichtigte er außerdem die Schwerpunkte des Umbaus, wie den thermischen Speicher und die Heizzentrale. Das Projekt wird aus
Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit fünf Millionen Euro gefördert.

Mit dem innovativen und einzigartigen Modellprojekt zum Klimaschutz KUWEA ( Komplexvorhaben Umbau Hochtemperatur- Wärmeversorgungsnetz zum multivalenten Energieverteilnetz und Adaption der peripheren Anlagen) sollen in den nächsten Jahren weitere umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, um eine signifikante Einsparung der eingesetzten Energiemenge von circa einem Drittel des jetzigen Verbrauchs zu erzielen.

Automatisches Energiereporting

Nach einer umfangreichen Planungs- und Analysephase hat nun die bauliche Umsetzung der einzelnen Schritte begonnen. Diverse Mess- und Zählerkonzepte bilden die Basis, auf der Zähler ausgetauscht und nachgerüstet werden. Moderne Energiemanagementsoftware liefert laut Einrichtung hierbei ein kontinuierliches automatisches Reporting und vereinfacht die permanente Optimierung des laufenden Betriebes. Auch bei der Lichtsteuerung wurden Einsparungspotenziale ermittelt: So sollen zukünftig u.a. Leuchten mit Dimm-Möglichkeit in wenig frequentierten Bereichen zum Einsatz kommen. „Dies ist nur der Anfang. Die größten und umfassendsten Umbaumaßnahmen stehen uns in den nächsten Monaten noch bevor, wie die Installation von dezentralen Wärmepumpen und Wärme-Kälte-Kopplung mit dezentralen Speichern für Wärme und Kälte“, erklärt Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin des Klinikums.

Bei der Begehung mit dem Fördermittelgeber und dem Projektträger habe man die Standorte für die neuen elektrischen und thermischen Speicher betrachtet. Mit den
neuen Speichern soll die Kapazität mehr als verdoppelt werden. Auch die Installation von Solarthermie-Anlagen sei bis zum Projekt-Ende 2020 geplant. Das Klinikum trage 1,3 Million Euro der Gesamtkosten selbst und übernimmt nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle, da es in Leipzig bisher keine vergleichbaren Komplexprojekte zum Umbau des Hochtemperatur-Wärmeversorgungsnetzes hin zum multivalenten Energieverteilnetz gibt. Langfristig sollen am Klinikum St. Georg knapp 27 Prozent der eingesetzten Energiemenge eingespart und dadurch Kosten für Heizung, Lüftung und Kälte gesenkt werden.

Neben umfangreichen technischen Umbaumaßnahmen, bilden auch die Einbindung von erneuerbarer Energie und Abwärmenutzung zentrale Punkte des Projektes. Bei einer Dekarbonisierung werden Handlungen und Prozesse, durch die Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, durch solche Prozesse abgelöst, bei denen diese Freisetzungen unterbleiben oder kompensiert werden. Dekarbonisierung ist ein zentrales Mittel des Klimaschutzes sowie einer der Hauptpfeiler der Energiewende.

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