Nachhaltigkeit -

Interview Klimamanager für Kliniken: Umwelt schützen trotz Pandemie

Gerade Klinikmitarbeiter erleben wie Klimawandel gesundheitliche Risiken steigert. So auch Pflegekraft Laura-Marie Strützke, Klimamanagerin des Evangelischen Krankenhauses Hubertus in Berlin. Sie berichtet wie Umweltschutz in der Einrichtung umgesetzt wird – trotz Einschränkungen durch Covid-19.

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Als eine von über 100 Einrichtungen beteiligt sich das Evangelische Krankenhaus Hubertus seit 2019 an KLIK green, einem Projekt zur Qualifizierung von Klimamanagern in Krankenhäusern und Reha-Kliniken. Die Klimamanager integrieren Klimaschutz in ihren Berufsalltag als medizinisches und technisches Personal, Umweltschutzbeauftragte oder Hygienefachkräfte. Die praktische Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Energie- und Ressourcenverbräuche erfolgt in verschiedenen Abteilungen und variiert in Abhängigkeit von Kliniktyp und Klinikgröße. Die Klimaschutzinitiativen sind vielfältig und gehen weit über das Thema Energie hinaus: Von der Wiederaufbereitung von Einmalbesteck im OP-Bereich über die Vermeidung von Lebensmittelabfällen bis hin zum Anpflanzen von Bäumen auf dem Klinikgelände. Dieser Erklärfilm fasst das Projekt zusammen.

Die Verbundpartner BUND Berlin, Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und Universitätsklinikum Jena begleiten die Kliniken im Projekt. Trotz der besonderen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie setzten einige Klimamanager in den letzten Monaten bereits Maßnahmen um. Sie entwickelten auch in Corona-Zeiten neue Ideen. Eine von ihnen ist die Gesundheits- und Krankenpflegerin Laura-Marie Strützke vom Evangelischen Krankenhaus Hubertus. Im Gespräch berichtete sie von ihrer Funktion und ihrer Motivation, in der aktuellen Projektphase am Klimaschutz festzuhalten.

Frau Strützke, Sie arbeiten seit sechs Jahren am Evangelischen Krankenhaus Hubertus. Wie hat sich Ihr beruflicher Alltag verändert, seitdem Sie Klimamanagerin sind?

Auf der Intensivstation hat sich meine Schicht nicht verändert. Aber die Kolleginnen und Kollegen reagieren auf meine neue Tätigkeit, sprechen mich häufig darauf an und wollen meine Meinung zu verschiedenen Umweltthemen hören. Ansonsten nehme ich nun zusätzliche Termine wahr, arbeite eng mit unserem Geschäftsführer Herrn Dr. med. Albrecht zusammen und richte wöchentlich einen Arbeitstag als Klimatag aus.

Das Evangelische Krankenhaus Hubertus engagiert sich seit gut 20 Jahren für den Schutz des Klimas. Wie fügt sich Ihre Rolle als Klimamanagerin in das gesamte Engagement ein bzw. ergänzt dieses?

Mit meiner Funktion bekommen die jahrzehntelangen Klimaschutzinitiativen am Hubertus im wahrsten Sinne ein Gesicht. Es wird deutlicher, dass Klimaschutz im Krankenhaus die Aufgabe aller Beschäftigten ist und nicht nur als einzelne Maßnahme funktioniert. Die bisherigen Maßnahmen wer-den gebündelt, kommuniziert und vom Kollegium noch stärker wahrgenommen als zuvor.

Sie haben bereits im vergangenen Jahr Ende November am regionalen Auftaktworkshop des Projekts KLIK green teilgenommen. Wie ist Ihnen danach der Einstieg ins Projekt gelungen?

Man könnte sagen, dass meine Stelle als Klimamanagerin im Evangelischen Krankenhaus Hubertus zeitgleich mit dem KLIK green Auftaktworkshop begann. Zuerst musste ich mich dann in das Management des Krankenhauses einarbeiten, habe viel recherchiert und andere Bereiche kennengelernt. Den KLIK green Auftaktworkshop fand ich sehr hilfreich, denn ich kann mich nun mit anderen Klimamanager, die am Projekt teilnehmen, in Verbindung setzen und habe Ideen für mögliche Maßnahmen gesammelt.

Momentan beherrscht vielerorts Corona den Alltag in Kliniken. Konnten Sie vor dem Ausbruch der Pandemie bereits erste Ideen entwickeln und/oder Maßnahmen umsetzen?

Ja, denn quasi parallel zur Einarbeitung in die Strukturen des Krankenhauses begannen die Geschäfts-führung und ich gleich mit der Planung von Optimierungsmaßnahmen. Gemeinsam haben wir festgestellt, dass es trotz unseres grünen Daumens noch reichlich Optimierungsbedarf gibt und definiert, was wir zuerst umsetzen wollen.

Welche waren das?

Insbesondere richteten sich erste Aktivitäten auf das interne Catering. Den Mitarbeitern werden nun klimafreundliche und gesunde Speisen bei Sitzungen oder Festlichkeiten serviert. Darüber hinaus wurde bereits der Anteil an Recyclingpapier deutlich erhöht.

Welche Maßnahmen für den Klimaschutz im Krankenhaus stehen an, wenn COVID-19 eingedämmt werden konnte?

Viele Klimaschutzmaßnahmen sind auch ohne persönlichen Kontakt möglich. Das heißt: Technische Optimierungen und weitere Erhöhung des Anteils an Recyclingpapier können auch weiter geplant und umgesetzt werden. Parallel bereite ich die Optimierung der Abfallentsorgung, die als nächstes ansteht, vor. Solche Maßnahmen können erst beginnen, wenn ich mit Kollegen persönlich direkt vor Ort arbeiten kann. Ich hoffe, dass dies die Situation bald wieder zulässt.

Das Gespräch führte Eva Loy, Projektmitarbeiterin bei KLIK Green. Das gesamte Interview steht hier zur Verfügung.

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