Qualitätsmanagement -

Qualitätsreport Kleine Frühchenstationen mit Versorgungsproblemen

Stationen, die im Jahr weniger als 20 Frühchen betreuen, haben auffällig oft Probleme einen Pädiater mit ins Boot zu holen, der bei der Geburt anwesend ist. Mehr als die Hälfte der Klinikstandorte mit solchen niedrigen Fallzahlen verfehlte dieses Qualitätsziel (167 von 314). Das geht aus dem Qualitätsreport des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) hervor.

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Dr. Regina Klakow-Franck, beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für die Qualitätssicherung zuständig, betont bei der Vorstellung des Reports, dass die rechnerischen Auffälligkeiten nicht zwangsläufig auf Qualitätsdefizite schließen ließen. Sie würden mit den einzelnen Kliniken nun aufgearbeitet werden. Es gelte jedoch medizinisch sinnvolle Konzentrationsprozesse zu fördern, sagt Klakow-Franck.

Das Qualitätsziel fordert, dass Pädiater bei Frühgeburten in der Regel anwesend sein sollten, um die sich anschließende spezialisierte Versorgung der Neugeborenen zu organisieren. Diese Qualitätsziele, vor allem bei niedrigen Fallzahlen, werden in der Selbstverwaltung seit geraumer Zeit diskutiert. Krankenhausstandorte mit mehr als 20 Fällen ließen laut Qualitätsbericht nur in fünf Prozent Babys auch ohne anwesenden Pädiater zur Welt kommen. Es wird angenommen, dass Frühchen, die in Anwesenheit eines Pädiaters zur Welt kommen, höhere Überlebenschancen haben.

G-BA hat reagiert

Der G-BA hat bereits im Jahr 2013 auf das seit Jahren bekannte Problem reagiert und die Struktur- und Prozessanforderungen an die Stationen erhöht. Ab 2017 muss auf Kinderstationen für jedes Frühchen eine Pflegekraft abgestellt werden.

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