Sensorische Stimulation Kissen für Körper und Geist

Richtig eingesetzt, können Therapiewerkzeuge den Alltag in Pflegeeinrichtungen erleichtern – und zwar für Pflegebedürftige ebenso wie für das Personal. Am Beispiel intelligenter Klangkissen werden im Folgenden die Chancen von sensorischer Stimulation für eine bessere Betreuung erklärt.

Klangkissen können durch multisensorische Stimulation nicht nur Patientinnen und Patienten unterstützen, sondern auch das Pflegepersonal. – © Bild: inmutouch.com

Wie lässt sich Betreuung lebendig gestalten und die Pflegequalität stärken? Neue Therapiewerkzeuge können dabei helfen. Ein Beispiel sind Klangkissen für multisensorische Stimulation. „Kommunikation folgt Assoziationen und genau das macht aus den multisensorischen Klangkissen solch wertvolle Instrumente in der Betreuung von Personen mit veränderter Kognition, wie es beispielsweise bei Demenzen der Fall ist“, erklärt Sabine Greulich. Die Dipl.-Sozialpädagogin, Trainerin für Validation nach N. Feil, Trainerin für Mimikresonanz und Demenzbeauftragte bei der Convivo-Unternehmensgruppe sieht in den Produkten des dänischen Unternehmens inmutouch.com eine große Chance.

Potenziale der Klangkissen erprobt

„Vor allem im Rahmen der Pandemie und den damit einhergehenden Besuchseinschränkungen sind die Klangkissen ein Ass im Ärmel der Pflegenden und Betreuenden“, so Greulich. Dies sei ihr unlängst in einem zwölfwöchigen Lehrgang bewusst geworden, den sie für Mitarbeitende verschiedener Häuser der Convivo-Gruppe im März bis Juli 2021 umsetzte und leitete. Ziel der Weiterbildung war es, die Potenziale der intelligenten Klangkissen in der Praxis zu erproben und die gesammelten Erkenntnisse zusammenzutragen. Am Lehrgang nahmen die zwei Convivo-Parks Rockwinkeler Park (Bremen) und Hoykenkamp (Ganderkesee, Oldenburg) sowie die Seniorenresidenz Rethen (Laatzen, Region Hannover) teil, ebenfalls Mitglied der Convivo-Gruppe. Die insgesamt 14 Teilnehmenden konnten im Laufe des Lehrgangs verschiedene Erfahrungen im Einsatz der Klangkissen sammeln (siehe Kasten unten). Eines haben beide Modelle dem Anbieter zufolge gemeinsam: Sie aktivieren, stimulieren und schaffen Brücken zwischen den Pflegebedürftigen und den betreuenden Teams. Dies können Gespräche über die Funktionen des Produktes selbst sein oder über Erinnerungen und Assoziationen, die die Kissen in den Anwendern und Anwenderinnen wecken. Doch auch oder vor allem nonverbale Kommunikation soll mit Hilfe der Kissen erleichtert bzw. ermöglicht werden.

Ablenkung schaffen und für Halt sorgen

„Produkte wie die Musikkissen entkrampfen angespannte 1:1-Situationen. Sie schaffen Ablenkung und setzen den Fokus neu, sodass die Betreuungssituation für die pflegebedürftige Person, aber auch für die betreuende Person, angenehmer wird. Die Kissen sorgen regelrecht für Halt“, führt Greulich aus. Sie selbst arbeitet seit 2019 mit dem inmuRELAX und ist von dessen Wirkung überzeugt.

Würdevolle und nicht stigmatisierende Begleiter bzw. Hilfsmittel wie die inmu-Kissen funktionieren alters- sowie diagnoseübergreifend. Während sie einerseits der Schlüssel zur sinnstiftenden Interaktion sein können, sollen sie unabhängig davon auch Freude bereiten. Von der Stärkung der eigenen Sinneswahrnehmung profitieren nicht nur Personen mit pathologisch veränderter Kognition, sondern auch überarbeitetes Personal oder emotional gehemmte Angehörige.

Für entspanntere Atmosphäre in der Pflege

Greulich betont: „Ich mache wiederholt die Erfahrung, dass die inmu-Kissen die Atmosphäre im Arbeitsteam erheblich entspannen. Das ist angenehm und letztlich auch Basis qualitativ hoher Pflege, Betreuung und Fürsorge.“ Sie erinnert sich z.B. an einen Fall, der mit Hilfe des inmuRELAX deeskaliert werden konnte: „In das Pflegeheim zog ein Herr mit Demenz ein. Er musste zuvor wiederholt die Einrichtung wechseln, weil er das Personal an die Grenzen brachte. Er schlug oft um sich und stellte daher eine erhebliche Gefahr für die Pflegenden und Betreuenden dar. Mittels des Kissens haben wir es geschafft, dem Herrn etwas Spannendes in die Hände und damit Halt zu geben. So konnten wir ihn erden, die Probleme im Umgang nahmen ab und wurden handhabbar.““

Stationäre Einrichtungen, Tageskliniken und Co. sind im Idealfall ein Ort des herzlichen Miteinanders, an dem nebst grundlegender Versorgung vor allem der Erhalt der Moral, der Würde, des Genusses und der Lebenslust im Vordergrund stehen. Produkte wie die inmu-Kissen stehen im Kleinen dafür, wie Pflege und Betreuung erfolgreich, zukunftsfähig und würdig geleistet werden können. Durch die Einbindung smarter Produkte, die Entlastung der Betreuenden und die Bereicherung des Alltags der Pflegebedürftigen gewinnt die Pflegebranche an Flair, Machbarkeit und Zuversicht.

So funktionieren die Hilfsmittel

Was können Klang- und Stimulationskissen in der Pflege leisten? Für inmuRELAX gibt der Anbieter u.a. folgende Funktionen an:

  • eignet sich für Menschen, die an Ruhelosigkeit, Demenz und Stress leiden
  • mindert Erregungszustände
  • verringert Schlafstörungen
  • lindert Schmerz, z.B. durch Auflegen und Atemübungen
  • bietet Komfort durch runde Form/weichen Stoff
  • wirkt entspannend und beruhigend dank sanfter Töne und Vibrationen

Für inmuDANCE sollen u.a. folgende Punkte zutreffen:

  • wirkt aktivierend, lädt zur Bewegung/zum Tanzen ein
  • eignet sich für kognitive Therapie, Bewegungs­therapie und sensorische Stimulation
  • übersetzt Berührungen und Bewegungen in Musik, sanfte Vibrationen und haptische Stimulation
  • macht Musik steuerbar (der Grad der Bewegung schlägt sich in der Intensität der Musik wieder)

Beide Produkte sind intuitiv zu bedienen, ganz ohne Knöpfe oder Tasten, so inmutouch.com.