DIVI Intensivstationen: Kinder als Besuchende besser einbeziehen

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Ein interdisziplinäres Experten-Team hat innerhalb der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) einen Leitfaden rund um das Thema Kinder als Angehörige und Besuchende auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen und in Notaufnahmen veröffentlicht.

Von links: Maria Brauchle, Dr. Peter Nydahl und Dr. Teresa Deffner – © Landeskrankenhaus Feldkirch/privat/Michael Szabo, Universitätsklinikum Jena

Das Bangen zwischen Leben und Tod, unbekannte Eindrücke: Seit Jahren wird kontrovers über Kinder als Besuchende auf Intensivstationen diskutiert. Ein dabei oft genanntes Argument bezieht sich auf eine mögliche Traumatisierung von Kindern. Diese könnte durch belastende Eindrücke entstehen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Hinweise darauf, dass der Besuch von Kindern einen gesundheitsförderlichen Aspekt für alle Beteiligten haben kann. Erstmals im europäischen Raum hat ein Team der DIVI mit Autorinnen und Autoren aus der gesamten DACH-Region ein Papier veröffentlicht, dass eine Hilfestellung für den Besuch von Kindern auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen und der Notaufnahme geben soll. Die Erarbeitung des Papiers hat insgesamt drei Jahre gedauert.

10 Empfehlungen für den Besuch von Kindern auf Intensivstationen

Der 10-Punkte-Plan umfasst einzelne Schritt von der Planung im Krankenhaus bis zur Dokumentation des Besuchs:

  1. Den Besuch von Kindern im interprofessionellen Team planen
  2. Elterliche Kompetenzen stärken
  3. Kindgerechte Information sicherstellen
  4. Den Besuch von Kindern vorbereiten, begleiten und nachbereiten
  5. Psychosoziale Unterstützung anbieten
  6. In palliativen Situationen besonders begleiten
  7. In Notfallsituationen eine kindgerechte Begleitung ermöglichen
  8. Führung – den richtigen Rahmen für Kinderbesuche schaffen
  9. Qualitäts- und Risikomanagement einbinden
  10. Den Kinderbesuch und Angehörigengespräche dokumentieren

 

Schriftstück erforderte intensive Zusammenarbeit

Die Empfehlungen wurden unter der Leitung von Maria Brauchle, Dr. Teresa Deffner und Dr. Peter Nydahl in Kooperation mit den diversen DIVI-Sektionen entwickelt. Nach intensiver Vorarbeit der führenden Autorinnen und des Autors hat dann das interdisziplinäre Gremium viel Arbeit investiert, um das Thema umfassend zu beleuchten.

Neben der DIVI haben sich folgende Gesellschaften eingebracht:

  • Deutsche Gesellschaft für interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGiNA)
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)
  • deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie
  • AETAS Kinderstiftung

Das fertige Schriftstück liegt in zwei Versionen vor: eine Gesamtversion und eine Kurzfassung.

Vorstellung auf dem DIVI-Jahreskongress und im DIVI-TV-Studio

Das Team wird seine Empfehlungen auf dem DIVI-Jahreskongress in Hamburg am 30. November dem Fachpublikum und der Presse vortragen. Auch im DIVI-TV-Studio, das begleitend für jeden Interessierten im Livestream über die Website zu sehen ist, werden Maria Brauchle und Dr. Teresa Deffner am 1. Dezember das Paper präsentieren.