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Urteil Keine Kostenerstattung für illegale Organspenden

Ein Deutscher, der sich in den Niederlanden die Niere eines Mannes aus Sierra Leone implantieren ließ, muss dafür nach einem Berliner Urteil selbst zahlen.

Die Krankenkasse müsse die Kosten nicht übernehmen, da die Transplantation nach deutschem Gesetz n icht zulässig gewesen sei, teilte das Sozialgericht in der Hauptstadt am Mittwoch (17.04.2019) zu dem Urteil mit. Ein Versicherter dürfe sich in einem anderen EU-Staat nur die von den deutschen Krankenversicherungen vorgesehenen Leistungen beschaffen (Aktenzeichen: S 76 KR 1425/17).

Das deutsche Transplantationsgesetz sehe eine besondere persönliche Verbundenheit zwischen Spender und Empfänger vor, hieß es. In dem Fall des 57-jährigen Mannes, der die Niere bekam, sei diese Verbundenheit nicht zu erkennen gewesen. Der Mann aus dem westafrikanischen Land habe sich zu der Spende bereit erklärt, als er den Mann in Deutschland noch nicht persönlich kannte, hieß es im Urteil. Zwei deutsche Krankenhäuser hatten deshalb die Operation abgelehnt.

Der 57-Jährige stand bei der Stiftung Eurotransplant auf der Warteliste für ein Organ, war aber bis zu seiner eigenen Entscheidung nicht berücksichtigt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Berufung ist möglich.

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