Health&Care Aktuell -

Interview mit Dr. Christof Veit Kein Grund zur Sorge

Dr. Veit: Diese Gefahr sehe ich nicht. Denn die Indikatoren gelten immer abteilungsbezogen. Außerdem werden alle Abschläge als Zuschläge bei sehr guten Abteilungen wieder den Krankenhäusern nutzen. Das wird allerdings dazu führen, dass das Interesse der Krankenhäuser fokussiert wird. Ob die Regelung schon ausreicht, dass Abteilungen geschlossen werden, ist abzuwarten. Außerdem bekommt jedes Haus mit Qualitätsmängeln zwei Bewährungsproben, bis die Finanzierung gestoppt wird.

HCM: Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Indikationsqualität, Systemqualität – kann sich ein Krankenhaus mit dieser Fülle identifizieren?

Dr. Veit: Ja, denn es sind gerade auch die Krankenhäuser, die sich diese Differenzierung wünschen. Sie hilft dabei, die Versorgungssituation so angemessen wie möglich darzustellen. Es ist eben gerade kein Gießkannenprinzip.

HCM: Wie stellt sich die Branche auf die kommenden Änderungen in Sachen Qualitätssicherung aus Ihrer Sicht ein?

Dr. Veit: Ich treffe in sehr vielen Krankenhäusern auf ein starkes Bewusstsein für ein gutes internes Qualitätsmanagement. Ärzte wie Verwaltung sind nach meiner Erfahrung tief in die Thematik eingearbeitet und wollen den Weg zur Qualitätsförderung gemeinsam weiter gehen. Dabei wollen wir sie mit einer guten externen Qualitätssicherung unterstützen.

HCM: Zukünftig will das IQTIG dazu beitragen, die Qualitätsberichte auch für Patienten verständlicher aufzubereiten. Inwiefern?

Dr. Veit: Wir haben den Auftrag Transparenz zu schaffen; deshalb ist es unser Ziel, auf den vorhanden Informationen aufzubauen. Die Patienten können mit den einzelnen Indikatorenergebnissen nicht sehr viel anfangen. Sie erwarten, dass Informationen über die Qualität medizinischer Leistungen laienverständlich aufbereitet werden. Das gehen wir jetzt an. Die Umsetzung in Form der Website wird aber nicht vor 2018 kommen.

HCM: Wie steht es um die Bewertung von Zertifikaten und Qualitätssiegeln? Darüber wird kaum gesprochen.

Dr. Veit: Darum werden wir uns kümmern. Zunächst arbeiten wir jetzt an den planungs- und vergütungsrelevanten Indikatoren. Dann geht es an die laienverständlichen Vergleiche und danach starten wir mit der Beurteilung von Zertifikaten.

HCM: Können Sie konkrete Beispiele nennen, die den Vorteil der neuen Qualitätsorientierung für die Krankenhäuser zeigen?

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen