Health&Care Aktuell -

Interview mit Dr. Christof Veit Kein Grund zur Sorge

HCM: Das Konzept zu den planungsrelevanten Qualitätsindikatoren dürfte mit Erscheinen dieses Heftes vorliegen. Wie haben Sie die letzte Phase vor der Fertigstellung erlebt?

Dr. Veit: Das finale Stellungnahmeverfahren ist vertraulich, deshalb können wir öffentlich noch keine Position beziehen. Von den Einwänden, die uns bisher erreicht haben, werden wir einige berücksichtigen, weil sie nützliche Aspekte aufgezeigt haben. Wir sind auch auf ein paar Missverständnisse gestoßen, die es noch zu klären gilt. Einige Positionen werden wir beibehalten und verteidigen. Insgesamt haben wir sehr viel konstruktive Kritik bekommen, das hilft uns sehr.

HCM: In Ihren Vorträgen betonen Sie stets, Krankenhäuser bräuchten keine Angst vor den Indikatoren haben.

Dr. Veit: Ja, denn es wird vorerst keine neuen Indikatoren geben. Wer seine Indikatoren kennt und dort gute Ergebnisse hat, braucht sich nicht zu sorgen.

HCM: Und die Angst vor einem steigenden Bürokratieaufwand?

Dr. Veit: Die kann ich verstehen. Aber: Wir haben für die Spezifikation 2017 bereits zehn Prozent der zu dokumentierenden Datenfälle gekürzt. Damit fallen laut Berechnungen des G-BA etliche 10.000 Arbeitsstunden im Krankenhaus weg. Das entlastet die Mitarbeiter in den Krankenhäusern erheblich. Und genauso wollen wir weitermachen. Wir haben Anfang 2016 mehr als 20 Mitarbeiter, die für die Verfahrensdurchführung zuständig sind, in ein Krankenhaus in Potsdam geschickt. Dort haben sie selbst Daten dokumentiert und mit den Mitarbeitern vor Ort gesprochen. So konnten sie sehen, was Qualitätsdokumentation in der Praxis bedeutet und noch mehr Fingerspitzengefühl dafür entwickeln.

HCM: Und noch eine Angst gibt es. Wird von den Qualitätsabschlägen die Existenz einzelner Häuser abhängen?

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen