Assistierter Suizid -

Katholische Krankenhausträger sagen „Nein“ zum assistierten Suizid

Anlässlich der ersten Lesung der Gesetzesentwürfe zur Suizidbeihilfe im Deutschen Bundestag am 3. Juli 2015 positionieren sich zehn große katholische Krankenhausträger gegen ärztliche und jede weitere Form der geschäftsmäßigen Beihilfe zum Suizid.

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Katholische Krankenhausträger sagen „Nein“ zum assistierten Suizid
Zuwendung statt Hilfe zum Suizid, das ist die Strategie der katholischen Krankenhäuser. -

„Wir vertrauen darauf, dass unser Leben von Anfang bis Ende ein Geschenk Gottes ist. In diesem Vertrauen steckt zugleich die Aufgabe, allen Menschen entsprechend der ihnen zugesicherten Würde und Gottebenbildlichkeit zu begegnen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von zehn großen katholischen Krankenhausträgern. In ihrer veröffentlichten Stellungnahme mit dem Titel „An der Seite des Lebens“ fordern sie eine Stärkung der hospizlichen und palliativen Versorgung und wenden sich ebenso entschieden gegen alle Formen der geschäftsmäßig organisierten Sterbehilfe und Suizidbeihilfe. Mit dieser Positionierung teilen die Träger die Grundsätze der Bundesärztekammer, die die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ausschließt. So lautet eine der Kernaussagen: „Weder Ärztinnen und Ärzte noch andere Mitarbeitende in unseren Einrichtungen leisten Unterstützung bei der Vorbereitung oder Durchführung eines Suizids.“

Zuwendung gegen seelisches Leid

In den Einrichtungen begegne man Menschen mit dem Wunsch, dem eigenen Leben ein Ende zu setzen mit Respekt und größtmöglicher Fürsorge. „Wir lassen sie in dieser Not- und Leidenssituation nicht alleine, sondern begleiten sie mit besonderer Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wir suchen das Gespräch und das uns Mögliche, um mit einer optimalen Versorgung körperliches und seelisches Leid zu lindern“, heißt es. Damit positionieren sich die zehn katholischen Krankenhausträger, darunter die BBT-Gruppe, Malteser, Alexianer oder die Hildegard Stiftung, gegen alle Formen der geschäftsmäßig organisierten Sterbehilfe und Suizidbeihilfe. Man teile hier die Position der Bundesärztekammer, die sie in den aktuellen „Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung“ und der Musterberufsordnung für Ärzte zum Ausdruck bringt: Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe. Ebenso wenig wollen es die zehn Krankenhausträger zulassen, dass externe Personen, die Kontakt zu Bewohner, Klienten oder Patienten in unseren Einrichtungen haben, Beihilfe zum Suizid leisten. So sollen die Menschen vor Ort, Schutzvor möglichen sozialen Druck erfahren, der sie dazu bewegen könnte, ihrem Leben vorzeitig ein Ende bereiten zu wollen.

Ziel: Palliative Versorgung stärken

„Wir sehen in einer Stärkung der palliativen Versorgung in unseren Einrichtungen eine Aufgabe mit höchster Priorität. Diese Versorgung bauen wir aus und treiben wir voran. Wir begrüßen und unterstützen die gesetzlichen Initiativen zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung und rufen dringend alle Verantwortlichen der Gesundheitspolitik dazu auf, den Ausbau und die Vernetzung stationärer und ambulanter ebenso wie institutioneller und ehrenamtlicher Hospiz- und Palliativstrukturen zu fördern“, lautet die Erklärung abschließend.

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