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Patientenrechtegesetz Karl-Josef Laumann: "Wer Fehler macht, der muss auch dafür geradestehen"

Zwei Jahre Patientenrechtegesetz – Zeit für eine Bilanz. Über Erfolge des PRG und neue Herausforderungen sprach HCM mit Karl-Josef Laumann, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege.

Karl-Josef Laumann: "Wer Fehler macht, der muss auch dafür geradestehen"

Am 23. Februar 2015 feiert das Patientenrechtegesetz den zweiten Geburtstag. Ziel war, die zuvor in verschiedenen Gesetzen verstreuten Rechte eindeutig zu bündeln und weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt, um die Position der Patienten gegenüber Leistungserbringern wie Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen zu stärken.

Auf der PRG-Homepage (www.patienten-rechte-gesetz.de) heißt es dazu u.a.: „Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung hat die Pflicht, eine umfassende Übersicht der Patientenrechte zusammenzustellen und zu Informationszwecken der Bevölkerung bereitzustellen. Dadurch soll es mehr Klarheit über die Rechte der Patienten geben.“ Auch um mehr Transparenz soll es bei dieser Aufgabe gehen. Wie das funktioniert, weiß er am besten: Karl-Josef Laumann, seit einem Jahr im Amt.

HCM: Herr Laumann, viele Patienten wissen nicht, welche Rechte sie haben. Was ist in puncto Information noch zu verbessern?

Laumann: Mit dem Patientenrechtegesetz hat sich schon vieles verbessert. Die Versicherten sind selbstbewusster geworden. Das können Sie alleine schon daran sehen, dass der MDK im Jahr 2013 rund 14.600 Verdachtsfällen auf einen Behandlungsfehler nachgegangen ist. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei rund 12.500. Das liegt nicht daran, dass wir plötzlich einen so großen Anstieg an Behandlungsfehlern haben. Tatsächlich ist die Zahl der vom MDK bestätigten Behandlungsfehler sogar zurückgegangen. Nein, die steigende Zahl der MDK-Gutachten zeigt vielmehr, dass die Bürger heute häufiger als früher ihre Rechte auch tatsächlich wahrnehmen. Und das ist gut so.

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