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Tinnitus Kalmeda: Kognitive Verhaltenstherapie mittels App

In Deutschland leiden fünf Prozent der Bevölkerung an Tinnitus. Das Duisburger Startup mynoise hat über die letzten drei Jahre die App Kalmeda entwickelt. Sie soll eine komplett digitale und ortsunabhängige Tinnitustherapie ermöglichen.

Die meisten Tinnituspatienten seien in Deutschland nur schlecht oder gar nicht versorgt. Chronischer Tinnitus lasse sich jedoch durch eine individuelle, leitlinienbasierte Therapie gut behandeln – allen voran durch eine kognitive Verhaltenstherapie. Diese „stehen aber so gut wie nicht zur Verfügung oder sind mit sehr langen Wartezeiten verbunden sagt der HNO-Arzt und Geschäftsführer von mynoise, Dr. med. Uso Walter. Darum entwickelte der Tinnitusexperte gemeinsam mit Psychologen die App Kalmeda. Derzeit nur für Android-Smartphones – ab September auch für iPhones – verfügbar, soll die App eine komplett digitale und ortsunabhängige Therapie ermöglichen. So sollen sich „Therapiemaßnahmen wesentlich einfacher in den Alltag integrieren lassen und die Behandlungsziele schneller erreicht werden“, meint Dr. med. Walter.

Um die Ziele zu erreichen, setzt die App auf vier Elemente in der Behandlung:

  1. Einstellung des Patienten zu den wahrgenommenen Ohrengeräuschen ändern
  2. Systematische Entspannungshilfen
  3. Verschiedene Hintergrund- und Naturgeräusche in 3-D-Sound
  4. Individuelle Beratung (Hintergrundwissen, Kontakt zum Arzt)

Erste Krankenkasse erstattet Kosten

Um den Einstieg zu erleichtern, ist der Einführungsteil „Kalmeda Start“ kostenlos. Für „Kalmeda Plus“ und „Kalmeda Go“ fallen monatliche Kosten an. Ziel von mynoise ist es, die App langfristig in die Regelversorgung zu integrieren, erklärt Co-Geschäftsführer Christof Schifferings.

Als ersten Partner von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen konnte das Startup die BIG direkt gesund gewinnen. Die Krankenkasse gab bereits im Entwicklungsprozess Feedback zu Inhalten und Anwenderfreundlichkeit und erstattet ihren Versicherten die Behandlungskosten. „Seit Jahren steigt die Anzahl von Krankschreibungen wegen psychischer Probleme und wir sehen v.a. in neuen, innovativen Therapiekonzepten wie Kalmeda eine große Chance, die bestehenden Versorgungslücken zu schließen“, betont Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund.

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