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Jungen Chirurgen ist "exzellente Weiterbildung" wichtig

Einer Generationen-Umfrage zufolge geben 91 Prozent der sogenannten Y-Generation (geboren ab 1980) an, dass für sie die Sicherstellung von exzellenter Weiterbildung mit am wichtigsten ist. Das Gehalt interessiert sie hingegen weniger.

Jungen Chirurgen ist "exzellente Weiterbildung" wichtig

Exzellente Weiterbildung ist wichtig: Bei der X-Generation (geboren 1965 bis 1979) sagen das 63 Prozent, bei den Baby-Boomern (geboren 1946 bis 1964) - v.a. den Chef- und Oberärzten - sind es 50 Prozent der Befragten.

Das Entgelt interessiert in der Y-Generation nur 70 Prozent, lediglich jeder Dritte von ihnen würde für ein besseres finanzielles Angebot den Arbeitgeber wechseln. Einen hohen Stellenwert haben hingegen neben der Weiterbildung attraktive Bedingungen wie die Ausstattung des Arbeitsplatzes, interessante Aufgaben und Karriere-Perspektiven.

Weiterbildung hat geringen Stellenwert bei älteren Chirurgen

In Sachen Weiterbildung sei in der Konsequenz "weiterhin Überzeugungsarbeit zu leisten", resümiert Ansorg. Es sei betrüblich, dass bei den älteren Generationen nach wie vor die Weiterbildung einen so geringen Stellenwert habe, weil diese die Attraktivität des Arbeitgebers bei den jungen ausmache.

Für die Kliniken und chirurgischen Praxen leiten der BDC und Studienautorin Prof. Dr. Margit Geiger von der Hochschule Bochum Handlungsempfehlungen aus der Erhebung ab. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle, Betriebskindergärten oder Kooperationen mit solchen, Vereinbarungen mit ambulanten Pflegeeinrichtungen für die Betreuung von Angehörigen der Ärzte.

Führungskräfte sollten eigenes Verhalten vermehrt reflektieren

Darüber hinaus müssten Chef- und Oberärzte vermehrt über das eigene Führungsverhalten kritisch reflektieren, weil sie als Vorbild von den jüngeren Ärzten wahrgenommen würden und von ihnen auch Feedback eingefordert werde, sagt Geiger.

Ansorg empfiehlt sogenannte 360-Grad-Analysen, bei denen es v.a. um das eigene Führungsverhalten und um die Einschätzung von Führungspersonen durch Untergebene oder Peers gehe. Der BDC habe dazu mit Hilfe des AQUA-Instituts ein kanadisches System auf deutsche Verhältnisse angepasst.

Strukturierte Weiterbildungen seien für alle Krankenhäuser unabhängig von der Größe ein Muss, ergänzt Geiger. Sie betont, dass die Kliniken im Branchenvergleich hinterherhinkten.

Der BDC will die Ergebnisse der Generationen-Umfrage nach Zielgruppen sortieren und Handlungsempfehlungen aufbereiten. Für die Analyse wurden die Antworten von 2.440 Ärzten ausgewertet. Darunter 431 Chef- und 798 Oberärzte, 350 Assistenzärzte mit Facharztqualifikation und 488 in der Weiterbildung sowie 298 Praxisärzte.

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