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Studie Jeder zweite Deutsche durch Corona mental belastet

Die Corona-Krise stellt auch stressresistenteste Personen auf die Probe. Eine neue Studie des Versicherungsdienstleisters Clark zeigt: Immer mehr Menschen halten es für wahrscheinlich, an einer Depression zu erkranken.

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Angst, Stress, Überforderung – psychische Beschwerden können viele Ursachen haben. In diesem Jahr kommt die Corona-Pandemie als zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu. Zum World Mental Health Day am 10. Oktober präsentierte das InsurTech Clark eine neue bevölkerungsrepräsentative Studie zum Thema psychische Gesundheit, die zeigt: Für mehr als jeden zweiten Deutschen (60 Prozent) hat Corona eine Auswirkung auf sein geistiges Wohlbefinden.

Noch im Mai diesen Jahres zeigte eine Clark-Studie, dass 44 Prozent der Deutschen es für unwahrscheinlich hielten, an einer Depression oder an einem anderen psychischen Leiden zu erkranken. Doch durch die anhaltende Pandemie scheint sich diese Einschätzung nun geändert zu haben: Die neuesten Ergebnisse einer Umfrage von Clark und Meinungsforschungsunternehmen Civey zeigen, dass mentale Belastungen durch Corona statistisch betrachtet für mehr als jeden zweiten Deutschen (60 Prozent) zur Realität geworden sind.

Welche Sorgen die Deutschen umtreiben

Rund 22 Prozent der Befragten geben an, durch Corona mehr Stress zu empfinden oder nicht zur Ruhe kommen zu können. Auch schlechteren Schlaf (15 Prozent) und finanzielle Sorgen (13 Prozent) geben die Studienteilnehmer als psychische Folgen der Corona-Pandemie an. Am deutlichsten zeigen sich die konkreten Auswirkungen auf den Gemütszustand in Bezug auf das soziale Umfeld: 29 Prozent der Befragten macht sich aufgrund von Corona Sorgen um die Familie und Freunde.

Gefährliche Stigmatisierung psychischer Beschwerden 

"Die eigene Gesundheit ist das höchste Gut, doch viele Menschen vergessen, dabei auch auf ihre mentale Gesundheit zu achten - dies liegt nicht zuletzt auch an der immer noch starken Stigmatisierung", so die Clark-Versicherungsexperten. Betroffene kämpften oftmals mit Vorurteilen, wie etwa das Erkrankte nicht belastbar seien oder es ihnen an Willenskraft fehle – Aussagen wie diese resultieren meist aus Unverständnis, zu wenig Transparenz und Unaufgeklärtheit.

V.a. in Bezug auf die eigene Arbeitskraft sei das ein großes Problem. Denn was viele nicht bedenken: Nicht nur körperliche Beschwerden können die Arbeitskraft einschränken, auch und gerade psychische Belastungen können dies. Bereits zwischen 1997 und 2017 hat sich die Anzahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen verdreifacht, wie der Psychoreport der Krankenkasse DAK belegt.

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