Aus dem Markt -

Neue Zahlen von Enterprise Ireland Irische Medizintechnik-Exporte nach Deutschland steigen

Als Reaktion auf den Brexit steigern irische Unternehmen ihre Exporte nach Deutschland, v.a. in den Bereichen Medizintechnik und Life-Sciene. Hintergründe dazu erläutert Manus Rooney, Regional Manager DACH bei Enterprise Ireland, der irischen Regierungsorganisation für Wirtschaftsförderung.

Themenseite: Medizintechnik

Als Reaktion auf den Brexit steigern irische Unternehmen ihre Exporte. Enterprise Ireland zufolge erhöhten sich die Exportzahlen nach Deutschland um 16 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro im Jahr 2019. Der Bereich Life Sciences verzeichnete dabei einen Umsatz von 108,4 Millionen Euro. Irland habe sich u.a. aufgrund Entwicklungen wie dieser in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten weltweit anerkannten Kompetenzzentren in der Medizintechnik entwickelt. Mittlerweile ist das Land laut Enterprise Ireland Standort für 300 einheimische Medtech-Unternehmen, die von Enterprise Ireland, dem größten Startup-Investor in Europa, unterstützt werden.
Neben den steigenden Exportzahlen nach Deutschland verzeichneten die Exporte in die Eurozone eine Steigerung um 15 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Somit sei die EU weiterhin der zweitgrößte Exportmarkt für die von Enterprise Ireland betreuten irischen Firmen. Weltweit sollen sie einen Anstieg um acht Prozent auf 25,6 Milliarden Euro erzielt haben, was den höchsten jemals von der Agentur verzeichneten Wert darstelle.

Irland gestaltet die Gesundheitstechnologie maßgeblich mit

Der weltweite Umsatz in der Medizintechnik wird laut Enterprise Ireland bis 2024 voraussichtlich 530 Milliarden Euro erreichen. Mit 13.795 beim Europäischen Patentamt angemeldeten Patenten sei dies der innovativste Sektor in Europa. Auch Irische Unternehmen leisten einen bedeutenden Beitrag zu diesem Wachstum und helfen so, die Zukunft des Gesundheitswesens mit ihren Innovationen neu zu definieren. Die irische Firma Technopath Clinical Diagnostics entwickelt und produziert beispielsweise Lösungen für die hochwertige Qualitätskontrolle (QC) in klinischen Labors. Für die Immunchemie der In-vitro-Diagnostik hat Technopath die ersten konsolidierten Qualitätskontrollmaterialien auf den Markt gebracht. Diese ermöglichen es klinischen Labors, die Effizienz und Kostenwirksamkeit von QC-Prozessen erheblich zu verbessern. Auch das in Irland ansässige Unternehmen Vitalograph leistet einen wertvollen Beitrag zu einer effektiven medizinischen Versorgung und verbesserten Lebensqualität. Der Anbieter von kardio-respiratorischen Diagnosegeräten, klinischen Versuchen und medizinischem Geräteservice gehört bereits seit über 50 Jahren zu den Marktführern in der Entwicklung und Herstellung von Beatmungsgeräten.

Entschlossen, enger mit der deutschen Industrie zusammenzuarbeiten

"Irische Medtech-Unternehmen sind nicht nur in Irland bevorzugte Lieferanten für multinationale Kunden, sondern auch weltweit. Das gilt für Unternehmen, die Dienstleistungen anbieten, als auch für solche, die Komponenten liefern", erläutert Manus Rooney, Regional Manager DACH bei Enterprise Ireland. "Dies spiegelt sich in den Exportzahlen wider. Unsere irischen Kunden exportieren zunehmend nach Deutschland, was die stark wachsenden Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern verdeutlicht."
Die innovativen Lösungen irischer Unternehmen stimmen laut Enterprise Ireland vollständig mit den EU-Vorschriften überein, tragen zur Einhaltung der Ursprungsregeln bei und können somit den vollen Nutzen des freien Handels ohne Zölle, Abgaben oder Handelsschranken genießen – ohne Währungsrisiko für andere Länder der Eurozone.
"Der Brexit ist nicht nur eine Herausforderung für Irland, sondern für alle unsere europäischen Nachbarn, und wir sind entschlossen, immer enger mit der deutschen Industrie zusammenzuarbeiten, um diese Herausforderungen gemeinsam zu meistern", so Rooney.

© hcm-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen