IQM-Kliniken setzen auf Ergebnistransparenz

IQM-Kliniken sind Vorreiter bei aktiven Qualitätsverbesserungen. Die Initiative lebt eine offene Fehlerkultur vor, um so mehr Qualität in der Medizin zu erreichen. Ergebnistransparenz und kollegiale ärztliche Unterstützung dienen als Hilfe zur Selbsthilfe.

Für die Ergebnisse 2010 wurden Routinedaten der Kliniken von 2,16 Millionen Patienten berücksichtigt. Der neue IQM-Indikatorensatz umfasst 183 Qualitätskennzahlen für 48 Krankheitsbilder und Verfahren – nach Angaben der Verantwortlichen ist er der umfassendste zur Messung medizinischer Ergebnisqualität. "Mit den aktuellen Ergebnissen können die IQM-Kliniken für viele Krankheitsbilder zeigen, wo sie besser als der Bundesdurchschnitt sind. Wichtiger ist aber eigentlich, dass die Kliniken auch erkennen können, bei welchen Krankheitsbildern sie sich verbessern müssen", sagt Dr. Francesco De Meo, Präsident des IQM-Vorstandes, vor der Presse. Am Beispiel der Herzinsuffizienz werde die Stärke von IQM im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich. Seit dem Jahr 2007 ist die Krankenhaussterblichkeit der zuletzt 38.285 in IQM-Kliniken behandelten Patienten mit Herzschwäche von 9,7 auf 7,7 Prozent im Jahr 2010 gesunken, während im Bundesdurchschnitt nach wie vor 9,4 Prozent zu erwarten wären. "Durch das Peer Review Verfahren haben wir, mit Unterstützung der Bundesärztekammer, einen Prozess kontinuierlicher Verbesserung in den IQM-Kliniken etabliert", so De Meo.

Im Jahr 2010 gab es erstmals IQM-Reviews in 21 Kliniken, darunter spezifisch kardiologische Reviews bei Herzinsuffizienz. Dieses Jahr sind insgesamt weitere 44 Reviews geplant. Dafür sind bereits 132 Chefärzte trägerübergreifend als IQM-Peers fortgebildet. Sie untersuchen vor Ort den gesamten Behandlungsablauf auf mögliche Optimierungspotenziale. Mit dem verantwortlichen Chefarzt der Abteilung diskutieren sie anschließend die identifizierten Schwachstellen und definieren zielgenau Maßnahmen, die zu sinkenden Komplikationsraten und zu mehr Patientensicherheit führen.

Link zu den veröffentlichten IQM-Durchschnittsergebnissen:

http://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/qualitatsmethodik/qualitatsergebnisse/ 

Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)

Mehrere Krankenhausträger haben sich im Jahr 2008 zur "Initiative Qualitätsmedizin" (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Kliniken aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Die Mitglieder verpflichten sich drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Review Verfahren. In derzeit 132 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM-Mitglieder jährlich rund 2,25 Millionen Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei über 11 Prozent.

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