DKG Investitionsfinanzierung ist ein „Trauerspiel“

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Im ersten Pandemiejahr 2020 sind die Bundesländer ihrer Pflicht zur auskömmlichen Finanzierung der Investitionen der Krankenhäuser nicht nachgekommen, beklagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG).

Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern 2021
Auch im ersten Pandemiejahr 2020 sind die Bundesländer ihrer Pflicht zur auskömmlichen Finanzierung der Investitionen der Krankenhäuser nicht nachgekommen, sagt die DKG angesichts der Zahlen aus der „Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern 2021“. 2021 – © Worawut (stock.adobe.com)

Nach wie vor klafft eine Milliardenlücke zwischen dem notwendigen Bedarf und der von den Ländern tatsächlich getragenen Finanzierung, wie aus der „Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern 2021“ hervorgeht. So hat der ermittelte Investitionsbedarf der Kliniken 2020 mehr als sechs Milliarden Euro betragen. Dem stehen nur rund drei Milliarden Euro gegenüber, die die Länder für Klinikinvestitionen getragen haben. Inflationsbereinigt habe sich die Fördersumme seit 1991 damit beinahe halbiert. Mit den Mitteln der Länder finanzieren Krankenhäuser ihre notwendigen Investitionen, z.B. im Gebäude, Medizintechnik und Digitalisierung.

Es gibt einen Lichtblick

DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß spricht von einem „kalten Strukturwandel durch Unterfinanzierung“ der bereits vor der Corona-Pandemie „ein Trauerspiel für die stationäre Versorgung“ gewesen sei. „Wenn Kliniken aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen, spielen die ausbleibenden Investitionskosten immer eine maßgebliche Rolle.“ Ein Lichtblick sei, dass der Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) mit vier Milliarden Euro die Digitalisierung in den Kliniken unterstützt. „Die Daten- und Meldeproblematik bei wichtigen Kennziffern zur Corona-Pandemie ist entscheidend auf die mangelhafte Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens zurückzuführen“, erklärt Gaß weiter. Allerdings gebe der KHZF nur einen Impuls, die Finanzierung der Digitalisierung müsse jedoch verstetigt werden.

Die Bestandsaufnahme ist online verfügbar: https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/1_DKG/1.7_Presse/1.7.1_Pressemitteilungen/2022/2022-01-17_Anlage_Bestandsaufnahme_2021.pdf