Interview mit Liz Mohn: „Gesundheit ist das höchste Gut“

Anlässlich des „Tags gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai 2012 äußert sich Liz Mohn, u.a. Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, in einem Interview zu Vorsorge und Achtsamkeit.

© Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Frau Mohn, mit der Schlaganfall-Hilfe sorgen Sie sich viel um andere Menschen. Wie sorgen Sie für sich selbst?

Auf viele Weisen. Sport ist mir zum Beispiel sehr wichtig. Ich laufe regelmäßig auf dem Laufband, im Sommer auch im Freien, und ich schwimme häufig. Wichtig ist mir auch eine gesundheits-bewusste und ausgewogene Ernährung.

Was gehört für Sie dazu?

Selbstverständlich viele Vitamine, Äpfel sind für mich unverzichtbar. Ich esse zum Beispiel morgens immer Obst. Kaffeetrinken habe ich mir abgewöhnt, stattdessen habe ich immer eine Kanne Ingwertee in der Nähe.

Und wenn Sie doch mal krank werden?

… gehe ich wie jeder andere Mensch zum Arzt. Den sollte man regelmäßig aufsuchen, auch wenn man sich gesund fühlt.

Sie sprechen die Vorsorgeuntersuchungen an?

Richtig. Insbesondere dem Schlaganfall kann man vorbeugen, wenn man sich regelmäßig untersuchen lässt und sich an Therapieempfehlungen hält. Ein Großteil der Menschen nutzt diese Möglichkeiten nicht, obwohl sie kostenlos sind.

Sie erfüllen zahlreiche Funktionen und Ämter: Wo bleibt da Zeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern?

Es ist weniger die Frage, ob man Zeit hat, man muss sich die Zeit nehmen für seine Gesundheit. Das ist nur eine Frage der Disziplin. Die Gesundheit ist unser höchstes Gut, sie sollte immer Vorrang haben.

Dennoch: Ihr Terminkalender ist mehr als voll. Kennen Sie keinen Stress?

Mein Kalender ist voll, das stimmt. Aber fast alles, was ich tue, das tue ich mit großer Freude. Das ist eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

Benötigen Sie dennoch manchmal einen Ausgleich zu Ihren Tätigkeiten?

Ich liebe Musik. Wenn ich eines meiner Lieblingsstücke höre, werde ich an schöne Momente in meinem Leben erinnert. Aus der gesunden Lebensweise und auch aus der Musik ziehe ich die Energie für mein Engagement.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Seit meiner Zeit bei den Pfadfindern orientiere ich mich immer wieder an deren Motto: Jeden Tag eine gute Tat.

(Das Gespräch führte Mario Leisle, Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe)