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Interview mit Bernd Altpeter: Big Data oder Big Brother?

E-Health, Telemedizin, Cloud Computing – selten wurde so viel über Technik, Assistenzsysteme und Privacy gestritten. Jüngst hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Forschungsprogramm zur IT-Sicherheit initiiert. DITG-Geschäftsführer Bernd Altpeter über Big Data und Big Brother.

Technik ist schön – wenn sie funktioniert. Für Funktionalität muss aber erst einmal ein Rahmen mit Regeln und Rechten geschaffen werden. Zuletzt wurde das seitens der Bundesregierung mit dem E-Health-Gesetz versucht. Dem aber wohl nicht jeder traut. So beschloss das Bundeskabinett erst im März dieses Jahres das Forschungsprogramm zur IT-Sicherheit: „Sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt.“ Es bündelt erstmals ressortübergreifend die Aktivitäten zur IT-Sicherheitsforschung und will – mit rund 180 Millionen Euro bis 2020 – „die Entwicklung sicherer, innovativer IT-Lösungen für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Staat“ fördern. Sicherheit frühestens in fünf Jahren? Teilaspekt ist die Gesundheitsbranche, in der etwa computergestützte Chirurgie, vernetzte Krankendaten, die IT-unterstützte Betreuung von Patienten in den eigenen vier Wänden oder tragbare Fitnesscomputer boomen. Oder doch nicht?

HCM bat Bernd Altpeter, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG), Licht ins Dunkel zu bringen. Denn das DITG hat sich auf die telemedizinische Versorgung und Betreuung von Menschen in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention von chronischen Krankheiten spezialisiert. Im Auftrag von Krankenversicherungen, Unternehmen der Pharmaindustrie und solchen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement entwickelt das Institut evidenzbasierte Gesundheitsprogramme und führt diese durch.

HCM: Herr Altpeter, was halten Sie vom neuen E-Health-Gesetz?

Altpeter: Es ist zu stark auf IT, Plattformen und Lösungen per se ausgerichtet. Vergessen werden Interventionen und Therapiebegleitungen, wie sie heute längst möglich sind, wie sie auch effektiver und kostengünstiger sein können. Es handelt sich bei diesem Gesetz eher um eine große Infrastruktur nach dem Motto „und dann gucken wir mal, was wir irgendwann draus machen“. Unsere Nachbarländer sind da schneller und weiter.

HCM: Wie ist Deutschland derzeit zur Telemedizin aufgestellt?

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