Gesundheit -

Neues Universitäts DemenzCentrum Interdisziplinäre Behandlung für Patienten mit Demenz

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bündelt die Expertisen der Kliniken für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie bei der Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen. Hierfür wurde das Universitäts DemenzCentrum gegründet, in dem Patienten künftig in einer neu etablierten Ambulanz behandelt werden sollen.

Mit dem Angebot der interdisziplinären neuropsychiatrischen Versorgung will das neue Zentrum in Dresden bundesweit Maßstäbe setzen. Die Einrichtung, in der zurzeit anteilig

  • fünf Ärzte,
  • drei Psychologen,
  • zwei Sozialarbeiter und
  • drei Pflegekräfte arbeiten,

sei die Antwort des Dresdner Uniklinikums auf die Herausforderungen des demographischen Wandels: Mit der steigenden Lebenserwartung steigt die Anzahl der Betroffenen mit Erkrankungen des höheren Lebensalters, wozu auch Störungen der Gehirnfunktionen zählen. Entscheidend für eine gezielte Therapie dieser kognitiven Defizite und Begleitsymptome sei es, deren Ursachen so früh wie möglich zu klären. Im Spätherbst haben die Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie das Universitäts DemenzCentrum (UDC) gegründet und den Ambulanzbetrieb im Haus 111 des Dresdner Uniklinikums gestartet. Bisher erfolgte die Versorgung der Demenzpatienten in den getrennt agierenden Ambulanzen der beiden Kliniken.

Mit der Zentrumsgründung werden nun Patienten mit Demenzerkrankungen von einem interdisziplinären Team unter der Leitung der beiden Zentrumsdirektoren Prof. Dr. Dr. Markus Donix, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. Moritz Brandt, Klinik für Neurologie, versorgt. Hierdurch sollen sich Synergieeffekte nutzen lassen. Davon profitieren insbesondere die Patienten. „Mit der Bündelung der neuropsychiatrischen Expertise im Universitäts DemenzCentrum schreibt das Universitätsklinikum die Erfolgsgeschichte seiner Zentrumsstrukturen fort“, sagt Prof. Michael Albrecht. Der Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums hat vor mehr als 15 Jahren damit begonnen, Zentrumsstrukturen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus zu etablieren. Inzwischen gibt es an der Hochschulmedizin Dresden insgesamt 27 Zentren. 15 davon sind auf spezifische Krankheitsbilder zugeschnitten. Das Spektrum reicht von Allergien bis zu Seltenen Erkrankungen. „Diese mit einem Vertrag untersetzten Einrichtungen sind die Basis für eine hochqualitative wie effiziente Krankenversorgung. Davon profitieren nicht nur die Patienten und deren Angehörigen, sondern auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Sie werden vor allem bei komplexeren Krankheitsverläufen und späten Stadien dieser Erkrankungen ihrer Patienten durch das Team des Zentrums beraten.“

Hoher Spezialisierungsgrad für die Patienten

Das interdisziplinäre neuropsychiatrische Universitäts DemenzCentrum (UDC) ist spezialisiert auf die Differentialdiagnostik kognitiver Defizite und beginnender Demenzsyndrome. Die Ärzte schließen dabei Erkrankungen mit ähnlichen oder sogar identischen Symptomen noch vor dem Beginn der speziellen Behandlung aus. „Die Ursachen für Gedächtnisstörungen und andere kognitive Defizite sind vielfältig. Physiologische Alterungsprozesse von frühen kognitiven Störungen abzugrenzen, sowie die die Erkrankung auslösenden Ursachen differenziert zuzuordnen, stellt eine Herausforderung für die ärztliche Diagnostik dar“, sagt Prof. Donix. „Die frühe Klärung der Ursachen ist eine wichtige Voraussetzung für eine rasche und gezielte Therapie der kognitiven Defizite und Begleitsymptome“, sagt Dr. Brandt.

Zielgruppe und Versorgung

Das Angebot des UDC richtet sich primär an Patientinnen und Patienten ab dem 50. Lebensjahr. Es können sich jedoch auch jüngere Menschen zur Klärung kognitiver Störungen vorstellen, wenn dies von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten für erforderlich erachtet wird. In diesem Fall werden die Überweisenden gebeten, eine schriftliche Fragestellung mit zu übersenden. Die Überweisung kann durch jede Ärztin und jeden Arzt erfolgen, vorzugsweise durch die Weiterbehandelnden der Patienten. Die Ambulanz ist montags bis freitags in den Zeiten 8 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Diagnostik am Universitäts DemenzCentrum umfasst folgende Elemente:

  • ausführliches ärztliches Erstgespräch
  • neuropsychologische Leistungsdiagnostik
  • laborchemische Untersuchungen
  • zerebrale Bildgebung (MRT / CT)
  • ergänzende Diagnostik
Falls erforderlich, schließen sich folgende Untersuchungen an:
  • Liquoruntersuchung
  • Elektroenzephalografie (EEG)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
Neben einer ausführlichen Besprechung der Befunde und gegebenenfalls Einleitung einer Therapie sieht das UDC die soziale Beratung – etwa zur Beantragung von Pflegegrad oder ambulante Hilfen – als Teil des Angebotes.

Weitere Informationen finden Sie unter www.uniklinikum-dresden

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